Grimme-Preis für „eigene Haltung“

Der WDR-Talk „Hart aber fair“ ist die beste Informationssendung

„Keine Worthülsen, sondern Klartext reden, den Politikerjargon aufbrechen und die Gesprächsgäste allgemeinverständlich Farbe bekennen lassen“ – so beschreibt die Jury die WDR-Sendung „Hart aber fair“ mit Moderator Frank Plasberg, die einen Grimme-Preis in der Kategorie „Information und Kultur“ erhielt.

Durch Filmbeiträge werden die diskutierten Themen vertieft und neue Gesprächsansätze angestoßen. Plasbergs hartnäckige Nachfragerei ist sein Markenzeichen. Auch die Zuschauer können sich per Telefon, Fax und E-Mail an den Diskussionen beteiligen. Aus der Vielzahl von Gesprächsformaten ragt eine Sendung heraus, die im Titel nicht den Moderator, sondern die eigene Haltung gegenüber ihren Gästen in den Mittelpunkt stellt. Doch erst die gründliche Vorarbeit der Redaktion befähigt den Moderator zu seiner kompetenten Gesprächsführung.

Wochenrückblick im Bademantel

Insgesamt wurden 14 Preise von den Juroren der drei Wettbewerbskontingente „Information und Kultur“, „Fiktion und Unterhaltung“ sowie „Spezial“ vergeben. Prämiert wurden auch die Autorin Beate Langmaack mit den Darsteller Henry Hübchen und Uwe Steimle für Weiterentwicklung des „Polizeiruf 110“ (ARD / NDR), der Regisseur Franz Xaver Bogner für „München 7“ (BR) und Gert Scobel für die Redaktion und Moderation der Sendereihe „delta“ (3sat) und des Kulturmagazins „Kulturzeit“ (3sat).

Für die Förderung von Musiktalenten wurde Stefan Raabs Show „Ein Lied für Istanbul“ (ProSieben) mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Den einzigen, den die Kommerzsender dieses Jahr bekamen. Olli Dittrich erhielt den Preis für seinem „mitunter genialen Wochenrückblick“ als „Dittsche“ (ARD / WDR) im Bademantel in einer Imbissbude. Dem Jazzmusiker Klaus Doldinger wurde für seine Filmkompositionen eine „Besondere Ehrung“ ausgesprochen.

Weitere Auszeichnungen gingen an Christian Petzold für „Wolfsburg“ (ZDF / Arte) mit Nina Hoss und Benno Fürmann, den Tatort „Herzversagen“ (ARD / HR) mit Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf und an „Grüße aus Kaschmir“ (ARD / BR) mit Bernadette Heerwagen und René D. Ifrah. Für ihr Regiedebüt „kiss and run“ (ZDF) wurde Annette Ernst ausgezeichnet und mit ihr die Darsteller Ken Duken und Maggie Peren.

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