2.900 Filme eingereicht

54. DOK Leipzig: Ehrenamtliche Jury vergibt wieder ver.di-Preis

Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK) endete 2010 mit Zuschauer- und Preisrekorden – die 2011er Auflage der DOK startet schon im Vorfeld mit Superlativen: Knapp 2.900 Filmbeiträge – so viele wie noch nie – wurden bei der DOK eingereicht. Nun ist es die Aufgabe der Auswahlkommission, in zahllosen Stunden vor dem Bildschirm und in erfahrungsgemäß hitzigen Diskussionen die Filme zu selektieren, die die Wettbewerbe und das Programm der 54. Festivalausgabe vom 17. bis 23. Oktober 2011 bestimmen werden.

ver.di – und zuvor die IG Medien – engagieren sich seit vielen Jahren für das älteste Dokumentarfilmfestival der Welt, das für politischen und künstlerischen Mut bekannt ist. Als Sponsor und Preisstifter tragen der ver.di-Fachbereich 8 des Landesbezirks Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie connexx.av dazu bei, das Festival zu erhalten und weiter zu entwickeln. Die Finanzierung dieses Engagements steht seit vielen Jahren auf wackeligen Füßen und musste immer wieder aufs Neue „zusammengestoppelt“ werden. Dies soll nun ein Ende haben: Ein entsprechender Antrag an den ver.di-Bundeskongress hat das Ziel, die Finanzierung langfristig zu sichern. Denn die Investition (jährlich rund 5.500 Euro) lohnt sich: Die Präsenz von ver.di auf dem Festival ist durch Anzeigen im Programmheft, Präsentation des Logos zu Beginn jeder Filmvorführung sowie Verlinkungen im Internet unübersehbar. Und die Akzeptanz ist hoch: Als Jury-Sprecher Jürgen Kautz im letzten Jahr die Preisverleihung nutzte, um ver.di als Gewerkschaft für Kunst- und Medienschaffende – auch Selbstständige – vorzustellen, gab es großen Applaus.
Die ehrenamtliche ver.di-Jury hat für die diesjährige Auflage Zuwachs bekommen: Journalistik-Student Martin Lippert und Anna Intemann, die an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in Potsdam studiert, sowie die Trainerin und Autorin Ulrike Werner. Die Pfarrerin Christiane Thiel ist seit dem letzten Jahr in der Jury dabei; langjährige Mitglieder sind Regisseur Jürgen Kautz, Fotografin Karin Wieckhorst sowie Journalistin Gundula Lasch.
Das Wettbewerbsprogramm stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Dass es ein spannender DOK-Jahrgang werden wird, verraten aber schon die bereits feststehenden Sonderreihen im Bereich Dokumentarfilm: Es wird u.a. eine Reihe mit indischen Dokumentarfilmen gezeigt; es gibt die „Retrospektive 1961 – Die Welt, als sie sich teilte“; eine Reihe ist mit „Arabia in Motion“ betitelt und wird aktuelle politische Dokumentarfilme enthalten; Jürgen Böttcher und Gitta Nickel werden jeweils mit einer Hommage geehrt und bereits traditionell wird im Rahmen der Sonderreihen das Screening der Documentary Campus Master Scool stattfinden.
In den Wettbewerben (insgesamt vier für Dokumentar- und einer für Animationsfilme) versammeln sich die aktuellsten, spannendsten Streifen. Aufgabe der ver.di-Jury ist es dann, ihren Preisträger des Jahres 2011 aus den Filmen des Internationalen Wettbewerbs auszuwählen.

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