Neues aus der Verwertungsgesellschaft Bild/Kunst

Am letzten Juni-Wochenende hatte die VG Bild-Kunst zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung nach München geladen. Gekommen waren die Mitglieder des Verwaltungsrats, einige Verbandsfunktionäre und nur sehr wenige der rund 2500 „normalen“ Mitglieder der Verwertungsgesellschaft.

Das geschäftsführende Vorstandsmitglied, Gerhard Pfennig, berichtete zunächst über die zwiespältige Entwicklung im rechtspolitischen Raum: Die EU-Richtlinien zum Folgerecht und zum „Urheberrecht in der Informationsgesellschaft“, die beide die Position der Urheber gegenüber den Verwertern und Vermarktern gestärkt hätten, sind nicht vom Rat beschlossen worden. Die Hoffnungen richten sich jetzt wieder auf die deutsche Gesetzgebung. Die Justizministerin hatte auf einer Fachveranstaltung am 6. März 99 große Erwartungen geweckt (M berichtete).

Die von der VG-Bild-Kunst für ihre Mitglieder erzielten Einnahmen stiegen im vergangenen Jahr in den meisten Bereichen leicht an. Allerdings liegt ein großer Betrag für Filmvergütungen aus der Leerkassettenvergütung (immer) noch auf Sperrkonten, da die Zuordnung zwischen den verschiedenen Filmverwertungsgesellschaften immer noch streitig ist. Es besteht jedoch die Hoffnung, daß ein Einigungsvorschlag der Aufsichtsbehörde – des Bundespatentamts – noch in diesem Jahr umgesetzt werden wird, so daß dann die Gelder an die Berechtigten ausgeschüttet werden könnten. Bei der Fotokopiergeräte-Abgabe gab es – offenkundig aufgrund der Sättigung des Markts – einen leichten Rückgang der Einnahmen. Hier ist zu hoffen, daß der Gesetzgeber die seit 1985 unveränderten Sätze im Anhang zum Urheberrechtsgesetz anhebt. Außerdem müssen alle Verwertungsgesellschaften ihren Blick und ihre Energie auf die immer bedeutender werdende digitale Vervielfältigung richten.

Eine wichtige Entwicklung gibt es bei der Kabelweitersendevergütung. In engem Zusammenwirken zwischen Gewerkschaften und den in der ARGE Kabel zusammengeschlossenen Verwertungsgesellschaften (VG Wort, VG Bild-Kunst und GVL) sind die Verhandlungen mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nahezu zum Abschluß gekommen. Hier ist in den nächsten Jahren mit nennenswerten Einnahmen für die Filmurheber zu hoffen.

Was die zukünftige Politik der VG Bild-Kunst angeht, so müssen die Mitglieder und ihre im Urheberrecht engagierten Verbände die Frage diskutieren, ob digitale Nutzungen von Kunstwerken und Fotografien exklusiv durch die Berechtigten wahrgenommen werden sollten oder ob ein gewisses Maß von privaten Vervielfältigungen toleriert werden sollte mit der Folge, daß Vergütungsansprüche (PC-Abgabe und ähnliches) über Verwertungsgesellschaften realisiert werden.

Die kulturelle Förderung durch die VG Bild-Kunst wird zukünftig über die Kulturwerk GmbH erfolgen. Für die Berufsgruppen II und III wurden die Vergabebeiräte neu gewählt. Außerdem wurde eine Ehrenmitgliedschaft für einige „Gründerväter“ der VG Bild-Kunst in Aussicht genommen, nämlich für den Bildhauer Anatol Buchholz, für den früheren Leiter des Bildarchivs Preußischer Kulturbesitz Dr. Klemig und für den Bildhauer, Maler und Grafiker Siegried Neuenhausen.

 

Die Mitgliederversammlung im Sommer 2000 wird in Berlin stattfinden. Vorher tagt noch einmal der Verwaltungsrat im Februar. In diesem Gremium sitzen folgende Personen für die IG Medien: Rainer Hachfeld, Günter Zint, Cay C. Wesnigk und Wolfgang Kreider. Diese sind für Fragen und Anregungen offen.

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