Pensionskasse – aus Überzeugung gut

Vor 30 Jahren wurde die Pensionskasse für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Rundfunkanstalten gegründet. Sie ist die einzige Altersversorgung für alle Freien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wer verzichtet schon freiwillig auf Geld? Auf Geld vom Sender? Auf Geld, das die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in aller Regel weder freiwillig noch großzügig den Freien zukommen lassen. Aber es gibt sie. Neulich diskutierte ich mal wieder mit meinem Kollegen die Rente. Mein Kollege fühlt sich jung, dynamisch, sehr selbstständig und besonders schlau. Nur bekommt er für dieselbe Arbeit wie ich 4 Prozent weniger Honorar, macht bei 920,- Mark pro Sendung 36,80 mehr für mich, – 957,- für mich und für ihn DM 920,-. Nein, nein, er lege sein Geld in Aktien an und vom Füllhorn der Sender will er nichts wissen. Er könne für sein Alter allein vorsorgen….und Pensionskasse klingt ihm viel zu sehr nach Ärmelschoner. So wie er, scheint eine Reihe freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu denken – jedenfalls solange sie noch unter 35 sind und keine Kinder haben. Den meisten Freien fällt nämlich das Thema Altersicherung erst ein, wenn sie Kinder bekommen. Dann wollen viele für die 4 Prozent – bei manchen auch 7 Prozent – vom Sender möglichst alle Wechselfälle des Lebens versichern – sie wollen dann nicht nur für die Rente und ihre Hinterbliebenen sorgen. Findige Versicherungsvertreter haben für diese Zielgruppe allerlei Prospektmaterial vorrätig. Aber letztlich steuern ARD, ZDF und ihre Tochterunternehmen die Prozente auch bei anderen Versorgungswerken nur zur Rentenversicherung bei und nicht beispielsweise auch zur Berufsunfähigkeits- bzw. Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Erwerbs- und Berufsunfähigkeit muss zum Beispiel beim Versorgungswerk der Presse gesondert versichert werden.

Die Pensionskasse hat hier ihren Service ausgeweitet. Sie hat seit April 2000 einen Gruppenversicherungsvertrag mit der „Continentale-Versicherung“ abgeschlossen, der es Pensionskassenmitgliedern ermöglicht, zu relativ geringen Prämien, sich gegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit zu versichern. Allerdings ist das Risiko für die Freien, immer weniger Aufträge zu bekommen und immer schlechter bezahlt zu werden, viel größer, als berufs- oder erwerbsunfähig zu werden. Gegen ausbleibende Aufträge gibt es leider keine Versicherung.

Aber zurück zu Aktien und Renditen.
Die Pensionskasse erwirtschaftet eine jährliche Rendite von 7 Prozent – durch sichere und kluge Anlagestrategien – im Jahr 2000 waren das 60 Millionen Euro, die als Bonus verteilt werden. Da die Kasse ohne professionelle Versicherungsvertreter arbeitet und auch die Anlagestrategen ehrenamtlich tätig sind, kommen die Überschüsse ausschließlich den Versicherten zugute. Die Versicherten profitieren ebenfalls von der effizienten Verwaltung der Pensionskasse. In der Geschäftstelle in Frankfurt arbeitet ein kleines Team, das beispielsweise im Frühjahr allen Versicherten ausrechnete, wie hoch denn der jeweilige momentane Rentenanspruch ist. Für viele war das eine beruhigende Nachricht. Die Nachrichten von der Börse dagegen, die mein dynamischer Kollege zur Zeit erhält, sind weniger beruhigend.

Die Pensionskasse für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter blickt auf 30 erfolgreiche Jahre zurück. Sie ist ein bewährtes Modell (siehe M 8-9/96: 25 Jahre Pensionskasse). Paritätisch zahlen beide Seiten Arbeitgeber und Arbeitnehmer in die Pensionskasse ein. Sie kann ein Modell für Alterssicherung der immer größer werdenden Gruppe derjenigen sein, die nach dem Vorbild der Freien bei Funk und Fernsehen beschäftigt werden.

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Öffentlich-Rechtliche: Auftrag und Erwartung

Gerade in Pandemiezeiten hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk Vertrauen und Wertschätzung beim Publikum gewonnen. Dennoch muss er weiterhin mit den Attacken seiner Gegner leben. „Das ist unser Programm!“ Unter diesem Titel diskutierten auf einer medienpolitischen Tagung von ver.di und DGB in Berlin Medienwissenschaftler und Journalist*innen über den „öffentlich-rechtlichen Rundfunk zwischen Auftrag und gesellschaftlichen Erwartungen“.
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ARD und ZDF gehen gegen Bild TV vor

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Neue Publik-Chefin

Maria Kniesburges war seit 2007 Chefredakteurin der ver.di publik und der ver.di news. 14 Jahre lang prägte sie die ver.di-Medienlandschaft. Jetzt ist sie in den Ruhestand gegangen. Ihre Nachfolgerin Petra Welzel ist seit dem 1. September im Amt. Die Kunsthistorikerin und Journalistin hat mehr als 30 Jahre journalistische Erfahrung. Seit ver.di-Gründung ist sie Chefin vom Dienst der ver.di publik, mittlerweile auch für verdi.de und verdi.tv. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich die ver.di-Medien weiterentwickelt haben und den Herausforderungen der Gegenwart mit ihren zahlreichen Kommunikationskanälen gerecht werden. Denn die Ansprüche an Kommunikation haben sich seit der…
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Abschied von Fritz Wolf

Wir trauern um unseren Autoren Fritz Wolf. Er starb am 29. August im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit. Sein Thema war der Dokumentarfilm. Kritisch benannte Wolf immer wieder die mangelnde Wertschätzung dieses Filmgenres, die sich unter anderem in zu wenig und zu späten Sendezeiten im Fernsehen sowie in nicht ausreichender Förderung manifestierte. Mit so manchem Filmtipp in M verschaffte er einer Doku mehr Aufmerksamkeit, regte an, sie zu schauen. Fritz Wolf war auch Autor für epd medien, verfasste verschiedene Studien und war viele Jahre aktiv in Gremien des Grimme-Preises. Wir werden ihn vermissen.    
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