Belegschaft stimmt für nd.Genossenschaft

Eingang des ND

Foto: Andreas Domma

Die linke Tagezeitung „nd“ wird Genossenschaft. Am vergangenen Wochenende konstituierte sich mit der Gründungs- und ersten Generalversammlung die neue Existenzform der Zeitung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten die Satzung verabschiedet und erste Genossenschaftsanteile gezeichnet, berichtete die Zeitung in eigener Sache. Das Vorhaben wird nun dem Prüfungsverband der kleinen und mittelständischen Genossenschaften vorgelegt. Wenn der in rund drei Monaten sein Okay gibt, wird das „nd“ im neuen Jahr der Belegschaft und den Leserinnen und Lesern gehören.

Die neue Unternehmensform war auch eine Notwendigkeit, weil die bisherigen Gesellschafter, die Partei Die Linke und die Communio eG, im März angekündigt hatten, sich vom „nd“ zurückzuziehen. „Wir alle haben natürlich Bammel vor der riesigen Verantwortung. Aber wegdrücken geht nicht, dafür ist das nd als linke Zeitung zu wichtig“, sagt Ines Wallrodt, Mitglied der Chefredaktion, die zusammen mit Georg Ramsperger (Layout) und Matthias Ritter (Abo-Service) den Interimsvorstand stellt.

Nachdem zu Jahresbeginn die Geschäftsführung der Neues Deutschland Druckerei und Verlags GmbH informiert hatte, dass die Gesellschafter die GmbH zum Jahresende auflösen wollen, nahmen die Pläne für die Umwandlung von Verlag und Zeitung immer mehr Gestalt an. Seitdem wurde an der Vorbereitung dieser neuen Eigentümerstruktur gearbeitet. Gesellschafter der früheren SED-Zeitung waren bisher die Linkspartei über die Föderative Verlags-, Consulting- und Handelsgesellschaft sowie die Communio Beteiligungsgenossenschaft, der Geschäftsführer Matthias Schindler vorsteht.

Die verkaufte Auflage der Zeitung „nd“ lag zuletzt bei rund 18.500 Stück. Vor zehn Jahren waren es noch knapp 38.000 Exemplare. Die Zeitung wurde 1946 gegründet und war in der DDR das Organ des SED-Zentralkomitees. Von Ende 1989 bis 2007 befand sie sich im Besitz der PDS/Die Linke.


Mehr lesen:

Genossenschaft: Das »nd« wandelt sich zur Genossenschaft und bleibt anders! (nd aktuell) (nd-aktuell.de)

nd.Genossenschaft: Wie auf dem Standesamt (nd aktuell) (nd-aktuell.de)

 

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ORF: Jetzt reden die Mitarbeitenden

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Österreichs (ORF) steckt in einer tiefen Krise. Es geht demnach um mutmaßliche sexuelle Belästigung seitens des ehemaligen Generaldirektors, um ein toxisches Arbeitsklima, politische Einflussnahmen. Nach der Aktion "Nicht mit uns" fordern in der Aktion "Mit uns" nun zahlreiche Mitarbeitende Maßnahmen hin zu einer nachhaltigen und tiefgehenden Veränderung.
mehr »

DW: Mehr Protest gegen Kürzungen

Nun hat auch der Fachbeirat der Deutsche Welle Educational Programs (DW Deutsch lernen) laut dwdl.de in einer Stellungnahme die geplanten Kürzungen im Deutsch-Angebot des Auslandssenders kritisiert und vor massiven Schäden für den Sender gewarnt. Die DW hatte angekündigt, das Budget halbieren zu wollen, was zu großen Protesten geführt hatte.
mehr »

Medien-Appell: „Lasst uns nach Gaza“

In einem offenen Brief an die israelischen Behörden, unterschrieben von etwa 30 Medienvertreter*innen, darunter von „Le Monde“, fordert die International Press Association erneut den Zugang von Journalist*innen zur palästinensischen Enklave, die seit dem 7. Oktober 2023 geschlossen ist, sowie deren Schutz im Gazastreifen.
mehr »

Was bringt der Pressekodex?

Eine Anwältin wird in einer Boulevardzeitung identifizierend an den Pranger gestellt – obwohl sie nichts Unrechtes getan hat. Die Folge: Bedrohungen, eine rechtsextreme Kundgebung vor ihrer Kanzlei, Polizeischutz. Der Deutsche Presserat spricht Monate später eine Rüge aus. Der Schaden ist aber angerichtet.
mehr »