G+J: Mehr Produkte mit weniger Menschen

Gruner + Jahr steht vor einem Konzernumbau, der in den nächsten drei bis fünf Jahren vonstatten gehen soll, erfuhren die Mitarbeiter im Juni auf einer Veranstaltung in Hamburg.


Der Verlag solle besser, schneller und digitaler werden, sagte die Vorstandsvorsitzende Julia Jäkel. Genaueres werde man erst nach dem Sommer erzählen. Unruhe in der Belegschaft war damit programmiert. Befeuert wurde sie durch die Ankündigung von Operationsvorstand Oliver Radtke: „Die Herausforderung in einem sinkenden Markt ist es auch, mit weniger Menschen mehr Produkte – Print und Digital – zu machen.“
Nun geistern Zahlen durch die Medien: zwischen 200 und 400 Stellen könnten wegfallen. Gespart werden soll auf jeden Fall in allen Verlagseinheiten und Redaktionen, hieß es bei der Bertelsmann-Tochter. Kritik kommt von ver.di: „Produktentwicklungen und das Entstehen von neuen Bezahl-Angeboten mit gleichzeitig weniger Personal zu stemmen, ist kaum möglich, ohne dass die Qualität auf der Strecke bleibt.
Bertelsmann scheint hier die Kostenschraube zu überdrehen und gefährdet die Entwicklung des Verlags in ohnehin schwierigen Zeiten“, unterstrich Frank Werneke, der stellvertretende ver.di-Vorsitzende.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Bürgermedienplattform vor dem Aus

Die Bürgermedienplattform NRWision an der Technischen Universität (TU) Dortmund steht vor einer ungewissen Zukunft. Die nordrhein-westfälische Medienanstalt stellt Ende 2026 die finanzielle Förderung ein – nach dann fast 18 Jahren. Die Verantwortlichen versuchen, für eine Fortführung andere Geldgeber zu finden.
mehr »

Thüringen unterstützt Privatradios

Für kommerzielle Hörfunksender wird es immer schwieriger, sich über Werbung zu refinanzieren. Hier sinken die Erlöse. Hinzu kommt: Google, Amazon, Meta und inzwischen auch TikTok schöpfen immer mehr vom gesamten hiesigen Werbekuchen ab. Das spüren in Thüringen auch die beiden großen landesweiten konkurrierenden Privatradios.
mehr »

Neue Aufgaben im Community-Management

In der plattformdominierten Öffentlichkeit sind neue Berufsfelder entstanden – wie das Community-Management, das zwischen Redaktion und Publikum vermitteln soll. Obwohl diese Aufgabe in journalistische Ausbildungspläne integriert ist, prägen mangelnde Wertschätzung und prekäre Arbeitsbedingungen die Praxis in den Medien.
mehr »

Pressefreiheit ist keine Weltmeisterschaft

Deutschland ist in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit einige Plätze abgestiegen und rangiert 2026 nur noch auf Platz 14. „Na und?“, werden einige jetzt sagen, „Das ist doch immer noch nicht schlecht!“ Doch, das ist es.
mehr »