Münstersche Zeitung verkauft

Medienhaus Lensing aktiv beim Neuaufteilen der Region um Dortmund

Das Dortmunder Medienhaus Lensing (Ruhr Nachrichten) will sein Traditionsblatt Münstersche Zeitung (MZ, 19.500 Auflage) im Zuge einer Sanierungsfusion an die Unternehmensgruppe Aschendorff in Münster abgeben. Sie ist Herausgeberin des Konkurrenten Westfälische Nachrichten (115.000 Auflage).

Man gebe die seit Jahren defizitäre MZ lieber an den Wettbewerber. Ansonsten müsse man sie einstellen, hieß es. Die 75 Beschäftigten der MZ sollen dpa-Medien zufolge übernommen werden. Die geplante Transaktion gaben beide Verlage Anfang August bekannt. Nun muss noch das Bundeskartellamt zustimmen. Zur gleichen Zeit schloss Lensing die Lokalausgaben der Ruhr Nachrichten in Bochum und Witten aus „wirtschaftlichen Gründen”.
Bereits 2007 machte der Verlag Lensing unrühmlich von sich reden. Mit einem Schlag wurde die komplette Lokalredaktion der Münsterschen Zeitung – 18 Redakteure – entlassen (M 1–2/2007).
Mit seinem Vorhaben sieben Lokalausgaben der Westfälischen Rundschau (Funke Mediengruppe) aus Sanierungsgründen zu übernehmen, ist Lensing im Juli dieses Jahres an den Bedenken des Kartellamts gescheitert. Die Behörde signalisierte, keine unmittelbare Insolvenzgefahr für die Lokalredaktionen zu sehen. Die Übernahme hätte Lensing im auflagenstarken Raum Dortmund auf dem Leser- und auf dem Anzeigenmarkt zum alleinigen Anbieter gemacht. Die Funke Mediengruppe hatte Anfang 2013 die Redaktion der defizitären Westfälischen Rundschau geschlossen. Seitdem liefern andere Verlage die lokalen Inhalte, in Dortmund sind es die Ruhr Nachrichten. Der Mantelteil kommt von den Zeitungen der Funke-Gruppe.

   wen/dpa-Medien

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