Nicht mehr Weltspitze

Gespräch mit Till Wäscher, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kölner Institut für Medien und Kommunikationspolitik (IfM)

M | In Ihrem Buch „Wer beherrscht die Medien? Die 50 größten Medien- und Wissenskonzerne der Welt“ lautet eine These: „Die deutsche Medienindustrie löst sich langsam, aber sicher auf.“ Auch wenn Sie das auf den internationalen Kontext beziehen – ist das nicht reichlich übertrieben?

Till Wäscher Foto: privat

Till Wäscher | Das ist natürlich eine zugespitzte These, aber im­­­ historischen Vergleich muss man sehen, dass die US-amerikanischen Konzerne, vor allem der neue Typ Medien- und Wissenskonzerne aus dem Silicon Valley, enorm an Größe gewonnen haben. Sie sind in die Inhalteproduktion eingestiegen, kontrollieren gleichzeitig die Vertriebswege und sammeln riesige Mengen an persönlichen Nutzerdaten. Eine vergleichbare Entwicklung hat in Deutschland nicht stattgefunden. Das Beispiel Bertelsmann zeigt, wie ein ehemaliges Top-Unternehmen der achtziger, neunziger Jahre innerhalb von 20 Jahren auf Platz 15 der Weltrangliste abgerutscht ist.

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