Urteil: Bauer soll drei Millionen zahlen

Justitia Foto: Hermann Haubrich

Der Konzern Bauer Media soll nach dem Spruch eines australischen Gerichtes der Schauspielerin Rebel Wilson nach einem Verleumdungsstreit gut drei Millionen Euro Entschädigung zahlen. Streitpunkt waren Zeitschriftenberichte aus dem Jahr 2015, die die Schauspielerin nach eigenen Angaben Rollen in Hollywood-Filmen kosteten.

Eine Jury des Obersten Gerichtshofs im australischen Staat Victoria hatte bereits im Juni grundsätzlich entschieden, dass die Berichte in den australischen Zeitschriften verleumderisch gewesen seien. Es hatte darin geheißen, Wilson habe über ihr Alter, den Ursprung ihres Vornamens und ihr Aufwachsen in Sydney gelogen. Eine beachtliche Entschädigungssumme sei nötig, um ihren Ruf als integre Schauspielerin wieder herzustellen, erklärte laut dpa der Richter am 13. September bei der Urteilsverkündung. Der Bauer-Verlag, der für die australischen Zeitschriften „Woman’s Day“, „Australian Women’s Weekly“, „NW“ und „OK“ verantwortlich ist, ließ wissen, das man das Urteil überdenken werde.

Im Prozess hatte Bauer laut Medienberichten noch versucht, die verleumderischen Artikel als wahr darzustellen oder ihre Wirkung herunterzuspielen. Die Schauspielerin Rebel Wilson, die für die Hollywood-Komödien „Pitch Perfect“ und „Brautalarm“ bekannt ist, hatte ursprünglich sogar mehr als sieben Millionen australische Dollar (etwa 4,7 Mio. Euro) verlangt. Tatsächlich verurteilte das Gericht Bauer Media zur Zahlung von rund 4.600.000 australischen Dollar, der Großteil der Summe soll Wilson für entgangene Filmrollen entschädigen. Auch die Gerichtskosten wurden Bauer auferlegt. Nach Angaben der Wilson-Anwälte sei diese Entschädigung etwa viermal höher als der größte bisher vor einem australischen Gericht ausgehandelte Schadenersatz in einem Verleumdungsstreit.

Auf Twitter soll die in Kalifornien lebende Schauspielerin mitgeteilt haben, dass es ihr nicht vorrangig ums Geld gegangen sei. Sie beabsichtige nun, australische Hilfsorganisationen und die dortige Filmindustrie damit zu unterstützen und freue sich darauf, wieder in ihre Karriere zurückzukehren.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

EU segnet SLAPP-Gesetz ab

Das Europäische Parlament stimmte in Straßburg mit großer Mehrheit für die sogenannte Slapp-Richtlinie. 546 Parlamentarier*innen stimmten für das Gesetz, 47 dagegen und 31 enthielten sich. Die Regelung soll Einzelpersonen und Organisationen, die sich mit Angelegenheiten von öffentlichem Interesse wie Grundrechten, Korruptionsvorwürfen und dem Kampf gegen Desinformation befassen, vor missbräuchlichen Klagen schützen. Jetzt muss die EU-Richtlinie am 19. März durch den Europäischen Rat bestätigt werden. Danach haben die 27 EU-Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, die Vorschriften in nationales Recht umzusetzen.
mehr »

Rundfunkbeitrag soll um 58 Cent steigen

Der finanzielle Spielraum von ARD, ZDF und Deutschlandradio schrumpft. Wie erwartet, empfiehlt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) eine Erhöhung des monatlichen Rundfunkbeitrags ab 2025 um 58 Cent auf 18,94 Euro. Die von einigen Ministerpräsidenten geäußerten Forderungen nach Beitragsstabilität sieht die KEF angesichts der inflationären Entwicklung als übererfüllt an. Ver.di warnt vor weiterem Programmabbau und noch mehr Druck auf die Rundfunkbeschäftigen.
mehr »

Verbindliche Regeln zur KI erforderlich

Klare Regeln für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) fordern Schauspieler*innen, Schriftsteller*innen oder Journalisten*innen immer drängender. In der Reihe "DGB-Dialog Künstliche Intelligenz" ging es am 22. Februar um "Alles Fake?! KI in Medien und Kultur“. Mittlerweile werde die generative KI so mächtig, dass sie Teile menschlicher Arbeit tatsächlich ersetzen könne, hieß es in der Diskussion. 
mehr »

Paragraph gefährdet Pressefreiheit

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen den Journalisten und Chefredakteur von FragDenStaat, Arne Semsrott, Anklage erhoben. Sie wirft ihm vor, drei Dokumente aus einem laufenden Ermittlungsverfahren im Netz veröffentlicht zu haben. Damit soll Semsrott gegen den §353d Nr. 3 Strafgesetzbuch verstoßen haben. Der verbietet die wortgetreue Veröffentlichung von Passagen amtlicher Dokumente aus laufenden Ermittlungsverfahren. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und Strafverteidiger Lukas Theune unterstützen Semsrott und FragDenStaat in dem Strafverfahren.
mehr »