Leserbrief: Arbeit bezahlen

Billige Reporter“ in M 9 / 06

Euer Heft Nr. 9 war für mich von vorne bis hinten spannend und anregend. Den Leitartikel habe ich zum Anlass genommen, mir die Reader‘s Edition anzusehen.

Zugegeben die Artikel beruhen oft auf einer einseitigen Auswahl der Quellen, haben aber einen anderen Vorzug: Der Autor Bernhard Fütterer berichtet ohne Erlaubnis der Bahnpressestelle über Lockange­bote. Dieser mangelnden Professionalität steht die Sitte bei dpa gegenüber, den Pressestellen der Obrigkeit zu vertrauen. Mein Fazit: Inhaltlich ist Leserjournalismus nicht schlimmer als professioneller Journalismus. Spätestens seit die Professionellen mehr Missbrauch bei den armen Menschen entdecken als in der herrschenden Obrigkeit, ist wohl der BürgerInnen-Journalismus wichtiger denn je.
Was viel saurer aufstößt, ist die Neigung …, die geleistete Arbeit nicht zu bezahlen. Dies war im Internet von Anfang an üblich und feiert mit Wiki-Foren zunehmend Erfolge. Nun wollen auch die bunten Burda Kühe aus der Hamburger Milchstraße andere arbeiten lassen, ohne zu bezahlen. Hat der Autor des Beitrags über das Magazin Max in M gar nicht den Betriebsrat gefragt, was er davon hält? Die Antwort fehlt mir unprofessionellem Leser, die Quellenlage ist mir ein Tick zu einseitig. …Es wäre unter dem Strich besser, wenn die Autoren und Fotografen für ihre Arbeit(szeit) vernünftig bezahlt würden. …

 
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Neue Publik-Chefin

Maria Kniesburges war seit 2007 Chefredakteurin der ver.di publik und der ver.di news. 14 Jahre lang prägte sie die ver.di-Medienlandschaft. Jetzt ist sie in den Ruhestand gegangen. Ihre Nachfolgerin Petra Welzel ist seit dem 1. September im Amt. Die Kunsthistorikerin und Journalistin hat mehr als 30 Jahre journalistische Erfahrung. Seit ver.di-Gründung ist sie Chefin vom Dienst der ver.di publik, mittlerweile auch für verdi.de und verdi.tv. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich die ver.di-Medien weiterentwickelt haben und den Herausforderungen der Gegenwart mit ihren zahlreichen Kommunikationskanälen gerecht werden. Denn die Ansprüche an Kommunikation haben sich seit der…
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Abschied von Fritz Wolf

Wir trauern um unseren Autoren Fritz Wolf. Er starb am 29. August im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit. Sein Thema war der Dokumentarfilm. Kritisch benannte Wolf immer wieder die mangelnde Wertschätzung dieses Filmgenres, die sich unter anderem in zu wenig und zu späten Sendezeiten im Fernsehen sowie in nicht ausreichender Förderung manifestierte. Mit so manchem Filmtipp in M verschaffte er einer Doku mehr Aufmerksamkeit, regte an, sie zu schauen. Fritz Wolf war auch Autor für epd medien, verfasste verschiedene Studien und war viele Jahre aktiv in Gremien des Grimme-Preises. Wir werden ihn vermissen.    
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Fairnesspreis für‘s Brücken bauen

Regisseur Henning Backhaus wurde am 3. September für seinen Kurzfilm „Das beste Orchester der Welt“ mit dem Deutschen Fairnesspreis Film und Fernsehen geehrt. „Brücken bauen“ war 2021 das Motto des von der ver.di FilmUnion und dem Schauspielverband BFFS seit 2019 gemeinsam ausgelobten Preises. Er wurde neben acht Kategorien und weiteren Spezialpreisen im Rahmen der Verleihung des Deutschen Schauspielpreises im Berliner Club Spindler&Klatt vergeben. Partner war in diesem Jahr das „Projekt Zukunft“, eine Initiative der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Im ausgezeichneten Film geht es um einen Kontrabassisten – eine Socke, Ingbert Socke! Bei…
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Podcast-Markt greifbar

Den richtigen Ton treffen“, so ist die Studie über den Podcast-Boom in Deutschland überschrieben, die Lutz Frühbrodt und Ronja Auerbacher für die Otto-Brenner-Stiftung (OBS) erstellt haben. Es ist die bislang sicher beste Arbeit, die versucht, das Phänomen Podcast zu ergründen, zu beschreiben und auszuwerten. Auch wenn das am Ende nicht vollständig gelingen kann, weil die Bandbreite der Podcasts viel zu divers ist, ist es ein gelungener Versuch der Annäherung, den Podcast-Markt greifbar zu machen.
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