ansTageslicht.de

Das Hamburger DokZentrum ansTageslicht.de hat in diesem Jahr zwei Gründe zu feiern: Zum einen das zehnjährige Bestehen und zum anderen eine inzwischen fünf Jahre währende Kooperation mit der Moskauer Lomonossow-Universität.


Das „Dokumentationszentrum Couragierte Recherchen und Reportagen”, wie der volle Namen lautet, versteht sich als mediales Kooperationszentrum zwischen Wissenschaft und Praxis und ist an die Fakultät Design, Medien, Information der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW) angebunden.

Das „Langzeitprojekt”, so die Eigencharakteristik, ist eng in das Curriculum der Fakultät eingebunden. Hier arbeiten Studierende an Projekten, in denen sie die Geschichte besonderer Skandale und ihrer Aufdeckung durch Journalisten und Whistleblower nachzeichnen, die Recherchewege beschreiben und die Autorinnen und Autoren sowie die „Nestbeschmutzer” zu Wort kommen lassen. Passender Name der Website: ansTageslicht.de. Dafür kooperiert das DokZentrum mit der Stiftung „Freiheit der Presse”, die den berühmten „Wächterpreis” vergibt, oder dem Whistleblower-Netzwerk, mit dem das DokZentrum Mitte Juni als Geburtstagsfeier in einer „Langen Nacht” über „Informanten, Whistleblower, Wikileaks und Co” diskutierte. Mit auf dem Podium in Hamburg war Guido Strack, dessen Kampf gegen Korruption in der EU ebenfalls bei ansTageslicht.de nachzulesen ist.

Das Deutsch-Russische Kooperationsprojekt „Menschen – Medien – Demokratie” entstand aus einer Vorlesungsreihe „Was geschieht im Osten? Was wissen wir im Westen? Medien und Demokratie in Osteuropa”, die von der Zeit-Stiftung finanziert wurde. Durch die Einbindung der Studierenden des Freien Russisch-Deutschen Instituts für Publizistik an der Fakultät für Journalismus liegt das Augenmerk der Reportagen und Recherchen besonders auf Russland. Das Projekt besteht aus zwei Teilen: Zunächst einem Intensivkurs in Recherche in Moskau, einem Sommersemester in Hamburg, in dem die Moskauer Studierenden ihre Recherchen weiterführen und ihre Texte ausarbeiten, die dann schließlich auf der Website ansTageslicht.de erscheinen. Im fünften Kurs haben sich die Studenten die schwierige Mediensituation in ihrer Heimat vorgenommen.

ansTageslicht.de bietet aber nicht nur Interessantes zu wichtigen Themen aus den vergangenen zehn Jahren, sondern greift weiter zurück. Es sind ebenso Dossiers zur Flick-Parteispenden-Affäre oder zum Strauß-Spezl-Netzwerk zu finden sowie die Darstellung aller mit dem Wächterpreis ausgezeichneten Recherchen.

Allerdings ist die Internetseite in Teilen noch im Aufbau, zum Beispiel bei den Chroniken, auf der bisher alle aufgegriffenen Geschichten bis 2008 zurück zu finden sind. Leider fehlt auch noch der angekündigte Text „Warum Whistleblower hierzulande so unbeliebt sind”. Wir sind gespannt.

www.ansTageslicht.de

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