Wenige Wochen nach der Erstveröffentlichung der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (OAZ) unter Verleger Holger Friedrich verlässt laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) Dorian Baganz bereits wieder die Chefredaktion. Er scheide umgehend aus dem Amt aus, hieß es demnach in einer Mitteilung des Ostdeutschen Verlags.
Erst Anfang Februar hatte Verleger Holger Friedrich Baganz als Chefredakteur der OAZ vorgestellt. Baganz war maßgeblich an der Aufbauphase des Mediums beteiligt. Laut Friedrich habe er „maßgeblich dazu beigetragen“, die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ auf den Weg zu bringen.
Fehlende ostdeutsche Biografie
Mit Blick auf die Nachfolge in der Chefredaktion sagt Dirk Jehmlich, Geschäftsführer des Ostdeutschen Verlags: „Wir prüfen derzeit verschiedene Optionen“. In Gesprächen und Zuschriften der Leser sei „deutlich geworden, dass sich eine große Mehrheit eine Chefredakteurin oder einen Chefredakteur mit ostdeutscher Biografie wünscht. Dieses Feedback nehme man nun ernst. Philippe Debionne habe einstweilen den Vorsitz der Chefredaktion übernommen.
Dorian Baganz (Jahrgang 1993) stammt aus Duisburg und studierte Politikwissenschaft sowie Geschichte in London, Berlin und Oslo. Er arbeitete als Lokalreporter für die „Süddeutsche Zeitung“ und schrieb für die „taz“. Ab 2022 war er Redakteur beim Wochenblatt „Der Freitag“. Seine westdeutsche Biografie hatte bereits bei der Ankündigung seiner Berufung zum „OAZ“-Chefredakteur für öffentliche Kritik gesorgt.
Baganz selbst sprach laut FAZ in einer Mitteilung davon, dass er am 11. März von der Möglichkeit Gebrauch gemacht habe, das Arbeitsverhältnis während der Probezeit mit kurzer Frist zu beenden. „Bei dieser Entscheidung spielten unterschiedliche Vorstellungen über die inhaltliche Ausrichtung ebenso eine Rolle wie Fragen der persönlichen Zusammenarbeit.“
Die OAZ hat mit ihren ersten Ausgaben einen Hinweis auf die inhaltliche Ausrichtung des Blattes gegeben. Ein aktueller Faktencheck zeigt, welche Themen dabei kritisch zu betrachten sind.

