TOLL

TOLL ist das erste gedruckte Magazin der Hamburger Schreibwerkstatt „Tolle Worte“. Seit fünf Jahren gibt es die Schreibwerkstatt, gemacht von Menschen mit Behinderungen. Bisher kann man die verblüffenden Texte in einem Blog im Internet lesen, jetzt ist das erste Magazin erschienen und verspricht pures Lesevergnügen und ästhetischen Genuss. Es kann über die Website bestellt werden. Zu bezahlen sind nur die Versandkosten.
Gefühltes Wetter von Nora Poppensieker
Das nun folgende Wetter wird schön werden! Man kann so richtig man selbst sein. Will man das? Ist es nicht viel besser, jemand anderes zu sein? Mal jemand hübscheres oder schlaueres? Nein, das Beste überhaupt ist es, wenn man sich so akzeptiert, wie man ist. Und das ist dem Wetter zufolge morgen auch möglich. Man kann sich endlich mal so hinnehmen, wie man wirklich ist.

„Jeder dieser Texte ist so, dass man ihn eigentlich ein zweites Mal lesen kann, und das zeichnet viele andere Texte von, ich sag mal, ,Normalen’ schon mal nicht aus“, sagt Sylvia Heinlein und lacht.
Seit fünf Jahren leitet die Journalistin und Kinderbuchautorin das Projekt zusammen mit dem Sozialpädagogen Frank Nestler vom Hamburger Verein Leben mit Behinderung. Ein Ehrenamt.
Mit dem Magazin TOLL wollen sie in die Öffentlichkeit. Mit professionellem Konzept, Layout, Fotos und den besten Texten aus der Schreibwerkstatt. Dafür haben sie sich Profis geholt; TOLL soll überzeugen und sich nicht nur in einem Schonraum, sondern auf dem freien Markt behaupten. Bisher gibt es nur die Zeitschrift Ohrenkuss, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom. Bei „Tolle Worte“ haben die Autoren und Autorinnen ganz unterschiedliche Handicaps – und Talente. Drei der rund zehn Autoren brauchen Unterstützung beim Schreiben.
Mitleid war gestern, heißt es im Konzept von TOLL. Es gehe darum, dass große Potenzial an Kreativen mit Handicap zu nutzen. Das Magazin gliedert sich in Rubriken wie on the road (Reisen im Kopf und auf der Straße), Denken hilft! (Große Fragen, klare Antworten), Ackerbau (Kultur: Musik, Theater, bildende Kunst, Literatur) und eine Modestrecke. Die Autoren und ihre Mitstreiter wünschen sich, dass ihr Magazin regelmäßig, viertel- oder halbjährlich erscheint, und dass aus ihrer Schreibwerkstatt eine anerkannte Werkstatt, eine Redaktion mit Arbeitsplätzen für Menschen mit Handicap wird. Noch treffen sie sich alle zwei Wochen in den schmucklosen Kellerräumen eines Stadtteilzentrums und schreiben in ihrer Freizeit. Sylvia Heinlein schlägt Themen vor, spricht mit jedem, gibt Tipps und schickt die Autoren an die Arbeit.
www.tolle-worte.de
redaktion@toll-magazin.de

nach oben

weiterlesen

Schon entdeckt? Open Parliament TV

Mit der Plattform Open Parliament TV, Suchmaschine und interaktive Videodatenbank für Parlamentsreden, bekommen Journalist*innen sozusagen einen permanenten virtuellen Sitzplatz auf der digitalen Besucher*innentribüne des Parlaments. Alle Plenarprotokolle und die zugehörigen Videoaufnahmen der Reden im Bundestag seit 2017 stehen dort online, sind nach Stichworten schnell auffindbar und bereits fertig zum Teilen, oder zum Einbinden in andere Online-Angebote.
mehr »

Schon entdeckt? Kohero

Sprachtraining, Integrations-Spielfeld, berufliches Sprungbrett und eine authentische hautnahe Informationsplattform – das von Hamburg aus gesteuerte Medienprojekt „Kohero“ bietet vielen Beteiligten einen Zugewinn. Am 10. Februar blickt es auf sein mittlerweile fünfjähriges Bestehen. In dieser Zeit ist es sichtbar gereift. Durch überwiegend digitale Arbeitsformate ist man vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen.
mehr »

Schon entdeckt? Ernst

Wir haben nach wie vor den Männerblick, aber es ist spannend, den engen Fokus zu verlassen“, sagt Frank Keil, Gründungsmitglied des Magazins „ERNST“, das 2017 aus der „Männerzeitung“ hervorging. Der Name sei in Anlehnung an die deutsche „Brigitte“ oder die Schweizer „Annabelle“ gewählt worden, weil er mehr Wortspiele erlaube als andere Männernamen wie etwa Karl – „im Ernst“!
mehr »

Schon entdeckt? Veto

Wir stellen uns auf die Seite der Engagierten in der Zivilgesellschaft, aber ohne Lobhudelei, nach journalistischen Standards“, erklärt Tom Waurig, verantwortlicher Redakteur von Veto. Dem Magazin gelang es, in der Coronazeit ein Publikum zu finden – mit Geschichten über Menschen, die „Dinge bewegen und nicht ständig nur meckern“.
mehr »