Anpassung nach unten

Honorarsenkungen für freie Mitarbeiter bei dapd

Die Nachrichtenagentur dapd zahlt rückwirkend zum 1. Februar an freie Journalisten geringere Honorarsätze, die deutlich unter dem bisherigen Niveau liegen. Danach werden nur noch fünf bis 18 Euro brutto pro Standardmeldung oder 77 Euro pro Acht-Stunden-Tag gezahlt. Bei mehr als acht Stunden sind es 128 Euro.


Die Fachgruppe Medien in ver.di protestiert auf ihrer Bundeskonferenz am 27. Februar in Berlin aufs Schärfste gegen diese als „Anpassung“ schöngeredeten Honorarsenkungen. Nach Abzug aller Kosten bleibe ein Stundenlohn, der weit unter dem Standard qualifizierter Tätigkeiten liege. „Für diese Honorare lassen sich keine Meldungen schreiben, die den journalistischen Qualitätsstandards genügen. Für Recherche bleibt keine Zeit mehr“, heißt es in einer von den Delegierten verabschiedeten Resolution. Die Konferenz fordert „die dapd-Kunden dazu auf, sich gegen die Kürzungen und für eine angemessene Bezahlung aller dapd-Mitarbeiter/innen einzusetzen, weil sie sich sonst nicht mehr auf die Qualität der dapd-Meldungen verlassen können“.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur (zitiert in Meedia) seien 25 freie Mitarbeiter betroffen, die zuvor für den ehemaligen Dienst von Associated Press (AP) gearbeitet hätten. Für 90 Prozent der Kollegen ändere sich nichts.
Für diese niedrigen Sätze wurde demzufolge bei der einstigen ddp-Agentur, die 2010 den deutschen Ableger der amerikanischen Nachrichtenagentur AP übernommen hat, bisher gearbeitet. Zu Tarif- und Vergütungsverhandlungen ist dapd nach wie vor nicht bereit.

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