Beim Nordbayerischen Kurier wird gestreikt

Beschäftigte des "Nordbayerischen Kurier" streiken am 3. März 2017 in Bayreuth für einen Sozialtarifvertrag. Foto: ver.di

Bereits zum dritten Mal streikten Beschäftigte des Nordbayerischen Kurier Bayreuth vom 3. auf den 4. März 2017 für einen Sozialtarifvertrag. Nach dem Verkauf an die Frankenpost Verlag GmbH sind Massenentlassungen angekündigt, um die „Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu verbessern“. Gewerkschaften und Beschäftigte setzen eigene Vorschläge zur sozialen Abfederung entgegen, doch die Geschäftsführung mauert.

Seit dem 7. Februar warten Beschäftigte und die Gewerkschaften ver.di und der Bayerische Journalistenverband auf ein Angebot und einen Termin für den Start von Sozialtarifverhandlungen. Man wolle alles dafür tun, einen Kahlschlag zu verhindern. Es gäbe eigene Vorschläge zu sozial verträglichem Personalabbau und Initiativen zu Einsparungen, aber auch die Bereitschaft der Beschäftigten zum Arbeitskampf, erklärt ver.di-Sekretär Bernd Bauer. Zuletzt sei der Geschäftsführer auf einer Betriebsversammlung am 1. März nachdrücklich zu Verhandlungen aufgefordert worden. Doch bis jetzt blieb jede Äußerung aus. Die neuen Besitzer geben an, noch Rücksprache mit allen Beteiligten halten zu müssen. Das sind außer der Frankenpost die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DVG), die Medienholding der SPD, und der Mutterkonzern, die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH).

Unter dem Motto „Jobverlust ist Qualitätsverlust“ formiert sich der Widerstand gegen den angekündigten Personalabbau, der ein Viertel aller Arbeitsplätze in Redaktion und Verlag betreffen soll. Die Beschäftigten starteten die Facebook-Aktion „Zeitungshelden“, der sich in kurzer Zeit auch zahlreiche Leser anschlossen, die sich mit den Beschäftigten solidarisieren und für eine vielfältige, aktuelle und lokal ausgerichtete Berichterstattung eintreten.

Einem ersten stillen Protest der Beschäftigten am 31. Januar folgte ein Streik der Nachtschicht in der Druckerei am 1. März. Nun rief ver.di zu einem befristeten Warnstreik von Freitag 16 Uhr bis Sonnabend 6 Uhr auf. Die Geschäftsführung müsse ihre Verweigerungshaltung aufgeben, verlangen die Streikenden. „Die Forderungen der Arbeitnehmerseite für den Sozialtarifvertrag liegen auf dem Tisch“, versichert Gewerkschafter Bernd Bauer. Sie beträfen ordentliche Abfindungen, eine Transfergesellschaft, Umzugshilfen sowie einen Haustarifvertrag mit Altersteilzeit-Regelungen.

 

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