Erster Tarifvertrag für freie Mitarbeiter im Privaten Rundfunk abgeschlossen

Haustarifvertrag bei n-tv

Die IG Medien hat mit dem Fernsehsender n-tv in Berlin den ersten Tarifvertrag für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Privaten Rundfunk abgeschlossen. Der Haustarif regelt Mindestansprüche für regelmäßig beschäftigte „arbeitnehmerähnlichen Personen“, wie die Freien im Tarifvertragsgesetz bezeichnet werden.Der Tarifvertrag gibt den freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Nachrichtenkanals erstmals einen Anspruch auf einen sechswöchigen bezahlten Urlaub, wie er für die festangestellten Beschäftigten des Senders längst besteht. Außerdem schützt der Haustarif die Freien vor dem kurzfristigen Verlust ihrer Beschäftigung und sichert während der Beschäftigungszeit ein regelmäßiges Monatseinkommen. Der Tarifvertrag soll am 1. August 2000 in Kraft treten.

Obwohl die Ansprüche auf die Leistungen aus dem Tarifvertrag frühestens sechs Monate nach dem Beginn der Tätigkeit bei n-tv entstehen, wertet die IG Medien den Abschluss als positives Signal für die freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Privaten Rundfunk, die bislang ohne jede tarifliche Absicherung arbeiten. Gerade in der Branche des Privaten Rundfunks, die sehr stark auf Freie zurückgreife, sei ein solcher Schritt überfällig, sagte Steffen Damm, der Verhandlungsführer der IG Medien. Ziel der Gewerkschaft sei es deshalb, auch in weiteren Unternehmen Tarifverträge für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzuschließen. „Außerdem stehen Verhandlungen über Honorarfortzahlungen im Krankheitsfall und die tarifliche Vereinbarung von Honorarhöhen auf der Tagesordnung.“

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

RBB: Zweifel bei „Zusammenarbeit“

„Neue Zusammenarbeit“ – so heißt beim RBB das aktuell größte Umbauprojekt. Es soll die Rahmenbedingungen für die journalistische Arbeit verbessern. Dazu gehört eine Umstrukturierung und Verkleinerung der zweiten Führungsebene, der unterhalb des Direktoriums. Vorgesehen sind nur noch acht statt bisher zwölf Positionen. Sie wurden öffentlich ausgeschrieben und sollen bis Anfang April besetzt werden. Doch vom RBB-Personalrat kommt Kritik.
mehr »

Diese Fernsehsender werden eingestellt

Zum Jahresende werden die Sender Tagesschau24, One und ARD-alpha eingestellt, das verkündeten heute ARD und ZDF. Anlass ist der seit Dezember geltende Reformstaatsvertrag, der den Sendern unter anderem auftrug, zwei der linearen Informationssender und einen ihrer Sender für junge Zielgruppen zu streichen.
mehr »

UCI gibt im Tarifkonflikt nach

Nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die United Cinemas International (UCI) im Tarifkonflikt in der dritten Verhandlungsrunde auf ein umfassendes Tarifergebnis verständigt. „Damit sind weitere Streiks in den UCI-Kinos vorerst abgewendet“, so ver.di-Verhandlungsführer Andreas Köhn.
mehr »

Eine Debatte jenseits von Plattformen

Damit öffentlich-rechtliche Medien auch in einer veränderten medialen Öffentlichkeit als zentraler Ort für journalistische Professionalität wahrgenommen werden, braucht es plattformunabhängige Dialogräume. Das ist eine der zentralen Ideen der Studie „Dialogfunktion von Public Service Media – Impulse einer Zukunftswerkstatt für die Medienpolitik“ im Auftrag der gemeinnützigen Denkfabrik „Agora Digitale Transformation“.
mehr »