Gosse Differenzen bei der Frage der künftigen Gehaltsstruktur

Verhandlungen über neue Struktur des Gehaltstarifvertrags für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen fortgesetzt

Die Verhandlungen über eine neue Struktur des Gehaltstarifvertrags für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen sind am 19. April 1996 in Frankfurt am Main fortgesetzt worden. Die Positionen des Bundesverbandes der Zeitungsverleger (BDZV) und der Gewerkschaften liegen nach wie vor so weit auseinander, daß es zu keiner Annäherung gekommen ist.

Während die IG Medien ein durchlässiges Gehaltssystem fordert, in dem nicht vorrangig nach der formalen Stellung in der Hierarchie bezahlt wird, will der BDZV die Strukturverhandlungen zum Einsparen nach dem Rasenmäherprinizip nutzen. Für die rund 80 Prozent der Redakteurinnen und Redakteure, die keine herausgehobene Funktion einnehmen, soll die stufenmäßige Steigerung ihrer Einkommen in Zukunft spätestens nach 12 Jahren und damit deutlich früher enden als bisher. Die bisherigen Stufen zwischen dem 15. und dem 25. Berufsjahr sollen ersatzlos gestrichen werden. Im Einzelfall könnte dies einen Verzicht auf monatlich bis zu 700 DM bedeuten.

Die IG Medien hat pauschale Kürzungen zurückgewiesen. Die Gewerkschaft wird die Zeit bis zum nächsten Verhandlungstermin am 19. Juni nutzen, um eine breite Diskussion über die eigenen Forderungen und die Sparforderungen der Arbeitgeber zu führen. Zu den zentralen Forderungen der IG Medien gehört auch die bessere Honorierung der Verantwortung für bestimmte Fachgebiete innerhalb einer Redaktion sowie die Anerkennung von Außenredaktionen als Ressorts im Sinne des Tarifvertrags.

Vereinbart wurde in Frankfurt auch die Aufnahme von Verhandlungen über eine Öffnungsklausel im Manteltarifvertrag. Die IG Medien hatte diesen Verhandlungen im Zuge der Einigung über das Wie- derinkraftsetzen des Mantels im Januar 1996 unter der Voraussetzung zugestimmt, daß die Klausel aus Gründen der Sicherung von Arbeitsplätzen notwendig ist. Die Verhandlungen über eine Öffnungsklausel, die befristet zur Beschäftigungssicherung betriebliche Abweichungen vom Flächentarifvertrag zuläßt, sollen ebenfalls am 19. Juni stattfinden.Auch über die Probleme der freien Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen wurden Gespräche zwischen dem BDZV und der IG Medien vereinbart. Ein erster Termin soll noch vor der Sommerpause stattfinden.


 

 

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