Kritik unterm Regenbogen

„Boulevard” ist ein schillernder Begriff, mit dem Auswüchse eines Klatsch- Journalismus angeprangert werden, der aber auch auf das Ringen ums Publikum in Zeiten knapper Aufmerksamkeit verweist. Unterhaltsam, informativ, kontrovers thematisierte der 28. dju-Journalistentag dieses Spannungsfeld mit der Frage: „Wie breit machen wir den Boulevard? Lokal – regional – international – trivial.” am 29. November 2014 im Haus der IG Metall in Berlin.

Journalistentag 2014: Blick in den Saal Foto: Jan Timo Schaube

Inez Kühn moderiert den Journalistentag Foto: Jantimo Schaube
Inez Kühn moderiert den Journalistentag
Foto: Jan Timo Schaube

„Boulevard” – bei diesem subjektiv eher abwertend gemeinten Begriff gehe es um die digitale Informationsflut und Klickzahlen, aus denen dann Schlüsse gezogen werden. So führte Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender, die über 200 Teilnehmenden in das Thema des Journalistentages ein, der auf so große Resonanz stieß, dass es wenige Tage vor Beginn einen Anmeldestopp geben musste.
Der digitale Umbruch habe Auswirkungen auf die Arbeitsplätze. Wer finanziert ihn wie? „Wir machen Politik im prallen Leben der Redaktionen”, sagte Werneke und erläuterte die aktuellen Auseinandersetzungen in der Tarifpolitik. Beim gesetzlichen Mindestlohn hätten die Verleger sich „Sonderpreise” gesichert, etwa indem sie den Zeitungszustellern Hungerlöhne zahlen, was ihnen um so mehr gelingt, wenn sie deren Arbeitszeit nicht so genau erfassen müssen. Das geplante Gesetz zur Tarifeinheit beschneide Streikrecht und Macht der Gewerkschaften. „Ein Tarif – ein Betrieb” bedeute keinen Vorrang mehr für Flächentarifverträge und allgemein verbindliche Vereinbarungen wie zur Altersvorsorge von Zeitungsredakteuren. Das betreffe Journalistinnen und Journalisten besonders, denn Zeitungsverlage bestehen „aus mindestens einem Dutzend von Betrieben”. ver.di sammelt deshalb Unterschriften gegen das Tarifeinheitsgesetz.

Oliver Tissot krönte den Tag mit seiner Zusammenfassung Foto: Jan Timo Schaube
Oliver Tissot krönte den Tag mit seiner Zusammenfassung
Foto: Jan Timo Schaube

Während die Unterschriftenlisten durch die Reihen gingen, führte Inez Kühn durch das abwechslungsreiche Programm aus moderierten Dialogen, Vorträgen, Podiums- und Publikumsdiskussionen, Film und Kabarett. Letzteres wurde mit einem pfiffigen und treffsicheren Veranstaltungsrückblick des Wortakrobaten und Soziologen Oliver Tissot am Ende des Tages geboten. Im Text verteilt gibt es einige Kostproben.

„Wer sich eine goldene Nase verdienen will, der muss Blech reden”

(Oliver Tissot mit Anspielung auf den Veranstaltungsort, das IG-Metall-Haus)

Von „Yellow Press” bis zu „sozialen Medien” spannte der freie Journalist Manfred Kloiber den Regenbogen im Gespräch mit Blogger Moritz Tschermak und Presseratvertreterin Cornelia Haß, um den Boulevard auszuleuchten. Der freie Journalist Tschermak und sein Kollege Mats Schönauer gründeten im April 2013 das Medienblog „topfvollgold.de”, das die Regenbogenpresse, „die heftigste Form des Boulevardjournalismus”, kritisch beobachtet. Personalisierung, Skandalisierung und Emotionalisierung kennzeichneten diese Blätter, deren Arbeit dadurch geprägt sei, dass sie „die andere Seite nicht zu Wort kommen lassen”.
Tschermak nannte als Beispiel den Titel „Scheidungsschock” mit dem Konterfei von Bauer Josef und seiner Familie in Das neue Blatt. Dass Josef sich keineswegs von Narumol trennen wollte, sondern ein ganz anderes Pärchen aus „Bauer sucht Frau” sich scheiden ließ, wurde erst im Innenteil berichtet. Die beiden Blogger reichten Beschwerde beim Presserat ein, der eine öffentliche Rüge erteilte. Die Stabsstelle Medienrecht des Bauer-Verlages verteidigte den Blatt-Titel mit einer unglaublichen Begründung: Die Leser und Leserinnen würden sich sehr gut mit Josef auskennen, sie wissen, dass er sich nicht von seiner Frau trennt. Die Schlagzeile rufe somit keine falsche Vorstellung hervor.

Moritz Tschermak, Manfred Kloiber und Cornelia Haß Foto: Jan Timo Schaube
Moritz Tschermak, Manfred Kloiber und Cornelia Haß
Foto: Jan Timo Schaube

Cornelia Haß, dju-Bundesgeschäftsführerin und stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins des Deutschen Presserats, verdeutlichte, dass es in dem Selbstkontrollgremium durchaus „lebhafte Diskussionen” zum Umgang mit der Regenbogenpresse gibt. Die Zeitschriftenverleger wollten sich am liebsten gar nicht mit Beschwerden gegen die bunten Blätter befassen, da ihre Berichte doch „nicht ernst gemeint” seien. Die anderen Ratsmitglieder setzen sich durch: Als Presseerzeugnisse unterliegen sie denselben Regeln wie andere und müssen den Pressekodex achten. „Die Leute wollen unterhalten werden, aber keine Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht”, betonte Haß.

„Bild schafft Themen, die vorher gar nicht da waren.”

(Oliver Tissot)

Die Blätter sprechen „niedere Instinkte” an, wenn sie Zuspitzungen weitertreiben, sagte sie. „Geräubert in Facebook und Twitter, wird das Ganze dann in die Bildzeitung gehoben.” Diese Art von Boulevardjournalismus „schwappte stärker in klassische Printmedien rein”. Moritz Tschermak belegt das mit dem Spiegel-Titel „Stoppt Putin jetzt” zum Absturz der MH 17, den der Presserat wegen der Opferfotos missbilligte. Die Bilder seien „bei Facebook geklaut” worden. Ob die Leserschaft eine solche Berichterstattung wirklich will, bezweifelte Haß: „Niemand schreit danach, mit diesen marktschreierischen Themen totgeschlagen zu werden!” Die Überschriften würden immer „hanebüchener, skurriler”, es gehe gar nicht mehr um Inhalte, sondern lediglich um Hascherei nach Aufmerksamkeit und Klicks. Statements aus dem Publikum bestätigten einen „Wandel im Denken auch bei seriösen Zeitungen”, die in „Klick-Paraden” das Interesse der Leserschaft messen, und die Ausstrahlung auf den Onlinejournalismus, der durch reißerische Überschriften hohe Klickzahlen generiert: „Webseiten wie „Heftig.co” überflügeln schon die Bildzeitung!”

Hans-Jürgen Arlt forscht für die Otto-Brenner-Stiftung Foto: Jan Timo Schaube
Hans-Jürgen Arlt forscht für die Otto-Brenner-Stiftung
Foto: Jan Timo Schaube

Nach der Bestandsaufnahme kam die Analyse: „Ein anderer Journalismus oder etwas anderes als Journalismus?” Hans-Jürgen Arlt, Honorarprofessor an der Berliner Universität der Künste, stellte Thesen zu „Alleinstellungsmerkmalen des Journalismus” vor, die er zusammen mit seinem Kollegen Wolfgang Storz für die Otto Brenner Stiftung erforscht. Wir müssen uns von der Vorstellung eines unabhängigen Journalismus verabschieden, so Arlt, denn: „Boulevardisierung ist ein realer und gefährlicher Trend.” Die Forderung in der Präambel des Pressekodex, „fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen” zu berichten, sei naiv. Etwas „mehr Realitätsnähe täte der Debatte gut”.

„Journalismus ist kein Auto”

(Oliver Tissot zitiert Hans-Jürgen Arlt)

„Journalismus ist ein öffentliches Gut. Journalismus lässt sich nicht kapitalistisch produzieren” wie zum Beispiel ein Auto, resümierte Arlt nach einer Analyse von „Programmen öffentlicher Kommunikation” und ihrer finanziellen Abhängigkeit. In der Moderne sei „Zahlungsfähigkeit” für Medienschaffende und -organisationen ihre soziale Existenzbedingung. Medienunternehmen, die auf ihre Zahlungsfähigkeit achten müssten, würden vom Kapitalismus in Wirtschaftsorganisationen verwandelt, was immer stärkere Auswirkungen auf die Redaktionen habe: „Was publiziert wird und wie es publiziert wird, orientiert sich an diesen drei Kriterien: Kostengünstige Produktion großer Reichweiten mit exklusiven Geschichten.” Das Kollektivgut Journalismus aber sperre sich gegen diese kapitalistische Verwertung, denn es sei nicht wie ein Auto handelbar. Lediglich die Aufmerksamkeit des Publikums sei ein knappes Gut, das man an die Werbung verkaufen und so Profit generieren könne. Öffentliche Mitteilungen, denen es primär auf die Reichweite (Kontakte, Auflage, Quote, Klicks) ankommt, bezeichnete Arlt als „Publizismus”. Journalismus aber sei „kein Programm, dem es nur auf Aufmerksamkeit ankomme, sondern auch auf die Platzierung relevanter Themen”.

Jochen Rausch, WDR Foto: Jan Timo Schaube
Jochen Rausch, WDR
Foto: Jan Timo Schaube

 

Jochen Rausch, stellvertretender Hörfunkdirektor des WDR und Chef der Jugendwelle 1Live, scheint genau das umzusetzen – allerdings mit Mitteln des Boulevard, die für ihn Unterhaltung sind. Im Gespräch mit Klaus Schrage von den Nürnberger Nachrichten, sagte Rausch, er wolle ein „junges Massenpublikum mit politisch wichtigen Themen konfrontieren”, wobei junge Leute unter Politik Fragen verstehen wie: Warum bekomme ich keine Wohnung? Warum kann ich nicht das studieren, was ich möchte?
Sachliche Information funktioniere allerdings nicht ohne Unterhaltung, deshalb sei Musik ein „Transmissionsriemen”. Die Wortprogramme erreichten nur drei bis fünf Prozent Marktanteil. „Wenn man 20 Prozent will, muss man einen Musikmix spielen, der den Hören gut gefällt”, erläuterte Rausch den Erfolg von 1Live beim jungen Publikum.
Als Schrage fragte, ob dann noch ein Zusatzangebot im Web notwendig ist, antwortete der Wellenchef: „Das Internet ist der Verbreitungsweg, der von Massen genutzt wird” und 1Live sei nicht nur Radio, sondern auch eine Marke, die auf den Kanälen verbreitet werden müsse, wo die Leute sind. „Wir alle sind in diesem Transformationsprozess. Das ist eine Evolution, die nicht mehr aufhört.” Zuerst habe es die Printmedien getroffen, nun seien auch die Rundfunkanstalten dran. Sie ringen um das junge Publikum, das vor allem zu neuen Musiksendern abwandert, die auf den Markt drängen.

„Publizieren ist wie Starbucks und McDonald’s, das heißt „Kalter Kaffee” und „Sie kriegen ihr Fett weg”

(Oliver Tissot )

Die anschließende Diskussion drehte sich dann auch um die „Lebenswirklichkeit der Mediennutzer” und wie man „Wichtiges spannend und unterhaltsam” machen könne und was überhaupt „wichtige Themen” sind. „Wer hat die Deutungshoheit über Wichtiges?” fragte etwa Gundula Lasch. Gerade in den Printmedien hätten Redakteure sich doch eher am eigenen Befinden orientiert. Jochen Rausch pflichtete ihr bei: „Früher fragte man, was ist für unsere Redaktion wichtig? Jetzt fragt man, was ist für den Endverbraucher wichtig?” Indem er Rezipierende als Konsumenten bezeichnete, verwies Rausch auf nächste Entwicklungen: „Wann fangen die großen Player Google und Facebook an, zu sagen, wir sind selber Journalisten?” Wenn wir facebook-news haben, brauchen wir kein spiegel-online mehr – „eine Riesenbedrohung für uns”. Die Starbucks-Strategie werde bereits auf Medien übertragen. „Wie können wir uns aufstellen, dass wir für die Leute unverzichtbar sind? Wir müssen uns andere Formen zur Finanzierung des freien Journalismus überlegen!”
Für „gute Sachen” müsse man mehr Geld ausgeben und das kollidiere mit der Forderung, Kosten zu sparen. Der WDR werde 500 Stellen abbauen und wegen „begrenzter Kapazitäten” online einige Kommentarfunktionen zurückfahren, erklärte Rausch. Während die Zeit noch Postzuschriften erhalte, sei das 1Live-Publikum mit vielen Mikro-Kommentaren im Internet unterwegs. Auf „voll aggro” zum Beispiel erwarte man auch keine Antwort.

Theresa Moebus und Jasper Ruppert, Schüler an der DJS Foto: Jan Timo Schaube
Theresa Moebus und Jasper Ruppert, Schüler an der DJS
Foto: Jan Timo Schaube

Keineswegs „voll aggro”, sondern äußerst amüsiert reagierten die Tagungsteilnehmenden auf einen Film über die Regenbogenpresse, den Theresa Moebus und Jasper Ruppert von der Deutschen Journalistenschule München (DJS) produziert hatten. Sie machen eine Umfrage in der Leserschaft, sprechen mit den topfvollgold-Bloggern und Regenbogen-Opfer Patrick Lindner. Im Interview mit einer anonymisierten Blattmacherin wird deutlich: In 50 Prozent der Fälle treffen ihre Geschichten nicht die Wahrheit. Kein Wunder, denn die Redaktion erhält ein Promi-Foto und denkt sich dazu dann eine Geschichte aus.

„Dass die Headline nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun hat, das ist ein Rätsel!”

(Oliver Tissot zu einer Aussage einer Leserin im Film, bunte Blätter wegen der Rätsel zu lesen)

Mit einem Blick in die Anfänge des Boulevard zeigte Rudolf Schröck, Dozent an der DJS München, ganz andere Seiten dieses Journalismus. Boulevardzeitungen in Deutschland wurzeln im linken Milieu. So positionierte Werner Friedmann, langjähriger Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, die 1948 von ihm gegründete Münchener Abendzeitung „als Kritik an den Herrschenden”, das heißt der bayerischen CSU. Die Hamburger Morgenpost wurde 1949 von dem Journalisten und SPD-Mann Heinrich Braune gegründet. „Wir müssen aus dem Boulevard die wichtigen Dinge (für mehr Lesefreundlichkeit) herausziehen”, so Schröck und nannte „Personalisierung und Optifizierung”. Auch die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit verwendeten mittlerweile große Bilder als Aufmacher auf der ersten Seite. Doch in social media wie „instagram” (Mischung aus Microblog und audiovisueller Plattform) reiße der Boulevard fast alle Grenzen ein: „Es ist schlimm, dass junge Menschen alles ins Netz stellen!” Deshalb sei der Umgang mit Boulevard und sozialen Medien auch so wichtig für die Journalistenausbildung. Er glaube an die „Rückkehr des Printjournalismus”, denn seriöse Hintergrundberichterstattung werde wichtiger – nach dem Motto „Wissen, Wissen und an die Leser denken”. Inhaltlich stimmte das Publikum ihm zu, allerdings nicht beim Verbreitungskanal: Online könne das Gleiche leisten wie Print, meinte der Blogger und „Krautreporter” Thomas Wiegold.

Sascha Langenbach kennt den Boulevard Foto: Jan Timo Schaube
Sascha Langenbach kennt den Boulevard
Foto: Jan Timo Schaube

Von seinen langjährigen Erfahrungen als Boulevardjournalist berichtete Sascha Langenbach, jetzt Pressesprecher in Berlin. Er selbst habe noch ein Volontariat bei der Hamburger Morgenpost absolviert, bevor er später bei Bildzeitung und Berliner Kurier arbeitete. Heute machten junge Journalisten unbezahlte Praktika. Der „Gipfel des schäbigen Verhaltens” sei, dass Henri-Nannen-Schüler statt 761 nur noch 400 Euro im Monat bekommen. „Wie sollen junge Journalisten, die in solchen prekären Verhältnissen leben, da noch Selbstwertgefühl, Haltung entwickeln”, fragte Langenbach. Sie fingen an, „liebdienerisch zu sein gegenüber ihren Vorgesetzten”. Wenn der Chefredakteur als Überschrift vorschlage „Nackt und zerhackt” – das liest jeder, lache man mit und schreibe später selbst so etwas. Als ermutigendes Beispiel erzählte Langenbach von einem jungen Reporter, der für das SZ-Magazin über eine Messerstecherei in einer von Flüchtlingen besetzen Schule in Berlin-Kreuzberg berichtete. Er habe sorgfältig recherchiert, die Familie des Opfers in Marokko besucht und mit dem Täter im Gefängnis gesprochen und so eine ganz andere Geschichte als die übrigen Medien erzählt. Langenberg resümierte: „Was zu gutem Journalismus gehört: Gute Bezahlung, sonst wird die ganze Branche korrumpiert, dann begegnet man sich nicht auf Augenhöhe.”

Kommunikation ist Psychologie und deshalb funktioniert Boulevard: „Nackt und zerhackt”

(Oliver Tissot)

Das Publikum will „Auslandsberichterstattung bitte mit Bezug zu uns”, referierte Luten Leinhos, Auslandsreporter und Redakteur beim ZDF-Heute Journal jüngste Befragungsergebnisse. Er zeigte an Nachrichtenfilmen vom 11. August 2014, wie die Redaktion versuchte, dem deutschen Publikum das Schicksal der Jesiden im Irak nahezubringen. Die emotional aufgeladenen Bilder, die personalisierte Darstellung der jesidischen Flüchtlinge seien wichtig, um Interesse zu wecken. Dann könnten vertiefende Informationen in einem klar strukturierten Themenfächer folgen. „Wenn das Boulevard ist, dann machen wir das”, bekannte Leinhos und verkündete stolz, dass damit auch die Quoten gestiegen seien.

Ulrich Janßen, dju-Vorsitzender Foto: Jan Timo Schaube
Ulrich Janßen, dju-Vorsitzender
Foto: Jan Timo Schaube

Im Frühjahr dieses Jahres habe das Heute-Journal seinen Marktanteil auf 13,9 Prozent erhöhen können und liege damit vor den ARD-Tagesthemen. In der anschließenden Diskussion sagte er, dass es allerdings „wahnsinnig schwer” sei, junge Leute zu erreichen. Die einzige Chance seien andere Plattformen im Internet wie die Mediathek, die von dieser Zielgruppe stärker genutzt werde.
Zum Abschluss griff dju-Vorsitzender Ulrich Janßen noch einmal Hans-Jürgen Arlts Vorwurf auf, es sei naiv, an der im Pressekodex formulierten Unabhängigkeit des Journalismus festzuhalten. Janßen sagte: „Ich würde uns gerne einen Teil dieser Naivität erhalten, an dem Ziel, an der Vision festhalten – auch wenn der Abstand zur Realität größer wird.” Er informierte, dass der nächste Journalistentag erst am 23. Januar 2016 stattfinden werde.

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