Lange Schlangen vor den Kinokassen

Frankfurter am Main: Warnstreik im CineStar Metropolis

Lange Schlangen vor den Kinokassen und am Popcornstand, bis zu einer Stunde Verspätung beim Filmstart und trotzdem viel Verständnis der Kinobesucher für den Streik der Beschäftigten des „CineStar Metropolis“. So fasst Manfred Moos, Leiter des Fachbereichs Medien beim ver.di Landesbezirk Hessen, das Ergebnis des ersten Warnstreiks beim Frankfurter Großkino Metropolis am 28. April zusammen. „Nahezu die komplette Stammbelegschaft des Samstagabend ist dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung gefolgt“, bilanzierte nach Streikende Manfred Moos.

Cinestar-Mitarbeiter in Frankfurt im Ausstand - Besucher zeigen Verständnis für die Forderungen. Foto: Manfred Moos
Cinestar-Mitarbeiter in Frankfurt im Ausstand – Besucher zeigen Verständnis für die Forderungen.
Foto: Manfred Moos

Nach Streikbeginn um 19.00 Uhr verließen viele Besucher das Kino, um den lauen Abend nicht in der Schlange vor der letzten geöffneten Kasse verbringen zu müssen. Erst im Laufe des Abends sei es der Theaterleitung mithilfe von herbeigeholten leitenden Angestellten und Leiharbeitern gelungen, den Betrieb wieder etwas ins Laufen zu bringen.

Termin abgesagt

Vor dem Kino erklärten die rund 40 Streikenden den Besuchern die Gründe für die Arbeitsniederlegung und ernteten viel Verständnis für die Forderung nach höheren Löhnen und Zuschlägen für Nachtarbeit. Mit dem Warnstreik wurde gegen die Verzögerungs- und Hinhaltetaktik des Arbeitgebers bei der Aufnahme von Tarifverhandlungen protestiert. Die CineStar-Gruppe, zu der das Frankfurter Metropolis-Kino gehört, habe zuletzt einen bereits vereinbarten Verhandlungstermin abgesagt und zahlreiche neue Terminangebote abgelehnt. ver.di will mit dem Unternehmen einen Firmentarifvertrag für die Beschäftigten abschließen. Dabei geht es vor allem um höhere Löhne. Die Stundenlöhne im Metropolis liegen zurzeit für viele Beschäftigte bei sieben Euro. Am 7. Mai legten Metropolis-Mitarbeiter in Frankfurt erneut die Arbeit nieder, wodurch es zu Verzögerungen beim Filmstart kam.
Das Frankfurter Metropolis in der Eschenheimer Anlage 40 gehört zu den größten und umsatzstärksten Kinos in Deutschland. Es gehört wie die CineStar-Gruppe insgesamt zu einer in Australien ansässigen Holding. Auch in anderen Städten streiken CineStar-Beschäftigte für höhere Löhne, zuletzt in Osnabrück, Dortmund und Bamberg.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Trauer um Franz Kotteder

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di trauert um Franz Kotteder. „Kotti" oder „der Franz", wie ihn Freunde und Kollegen wahlweise nannten, starb am 30. Dezember nach schwerer Krankheit viel zu früh im Alter von 62 Jahren. Seine Kolleginnen und Kollegen in der dju und im Süddeutschen Verlag verlieren mit Franz einen ebenso engagierten wie geistreichen, humorvollen und liebenswürdigen Streiter für Pressefreiheit, Qualitätsjournalismus und vor allem für die Interessen von Journalistinnen und Journalisten sowie aller Beschäftigten in der Zeitungsbranche.
mehr »

Guatemala: Eine ernüchternde Bilanz

Knapp zwei Jahre ist Guatemalas Präsident Bernardo Arévalo im Amt und erklärtes Ziel seiner Regierung ist es einen Schutzmechanismus für Journalist*innen einzuführen. Doch das innovative Projekt kommt nicht vom Fleck, moniert die Medienanalystin Silvia Trujillo gemeinsam mit zahlreichen bekannten Berichterstatter*innen. Dafür machen sie nicht nur den omnipräsenten „Pakt der Korrupten“ verantwortlich, sondern auch das Zögern der Regierung. Die verharre im Stand-By.
mehr »

Europas Machtprobe mit den Plattformen

Wegen mangelnder Transparenz bei Werbung und Nutzerkonten hat die EU-Kommission eine Strafe in Höhe von 120 Millionen Euro gegen den Onlinedienst X verhängt. Mit dem Digital Services Act (DSA) will die EU das Netz demokratisch kontrollieren. Doch Verfahren gegen X, TikTok und Meta zeigen, wie schnell die angestrebte Regulierung zur politischen Auseinandersetzung wird.
mehr »

Gespräche aufnehmen: Was ist erlaubt?

"Ich lasse nun die Aufnahme mitlaufen.“ In Interviewsituationen am Telefon sind Tonaufnahmen unproblematisch, wenn die Beteiligten sich darauf verständigen. Unsicherheiten bestehen aber, wenn Gespräche heimlich aufgenommen wurden, beispielsweise von Informant*innen. Darf die Aufnahme veröffentlicht werden? Können die Informationen aus dem Gespräch verwendet werden?
mehr »