Lediglich Nullsummenspiele

Die Tarifverhandlungen bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck für die Saarbrücker Zeitung, den Pfälzischen Merkur und den Trierischen Volksfreund brachten am 20. April kein Ergebnis. Holtzbrinck ist mit diesen Tageszeitungen nur noch Mitglied ohne Tarifbindung (OT) im Verlegerverband. Deshalb bemühen sich ver.di und der DJV, drängende Fragen wie notwendige Tariferhöhungen und Beschäftigungssicherung in einem Haustarif zu regeln.


Verlagsgeschäftsführer Joachim Meinhold will von Gehaltserhöhungen nichts wissen. Er führte lediglich „Nullsummenspiele“ mit sogenannten „aufwandsneutralen Einmalzahlungen“ ins Feld. Verbindliche Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung lehnte Meinhold ebenso ab wie tarifvertragliche Entfristungen von Arbeitsverträgen. „So hat er sich in der letzten Verhandlung geweigert, über Forderungen von ver.di und DJV nach einer Festschreibung des jetzigen Stellenplans und einem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen zu verhandeln“, heißt es in einer Information der ver.di-Tarifkommission (TK). Gleichfalls habe Meinhold „zwei Stunden lang wortreich erklärt, warum er unbedingt freie Hand für einen möglichen weiteren Personalabbau benötige“. Als Beruhigungspille bewertet die TK daher auch die Ankündigung der Geschäftsführung in naher Zukunft den Etat der Redaktion nicht kürzen zu wollen. ver.di hält an ihren berechtigten Forderungen nach linearen Tariferhöhungen und mehr Arbeitsplatzsicherheit fest.

wen

nach oben

weiterlesen

Tarifabschluss bei der Deutschen Welle

Nach einer monatelangen Hängepartie mit zähen Verhandlungen konnte in der Tarifauseinandersetzung bei der Deutschen Welle (DW) am Abend des 7. Oktober ein Abschluss über insgesamt 6,2 Prozent mehr Geld für 33 Monate erzielt werden. Nachdem die Verhandlungen in der fünften Runde gescheitert waren, kam es an den Standorten der DW in Bonn und Berlin zu Warnstreiks. Sie bewirkten offenbar, dass die Verhandlungen wiederaufgenommen wurden und nun zügig zu einem Ergebnis führten.
mehr »

Zeitungsbote gewinnt in zweiter Instanz

In den meisten Branchen ist es eine Selbstverständlichkeit: Wer nachts arbeitet, bekommt auch Nachtzuschläge. Oft ist das in Tarifverträgen geregelt. Eine Branche versucht - trotz klarer rechtlicher Vorgaben - sich drumherum zu mogeln und wortreich Sonderregelungen für sich zu reklamieren: Zeitungsverlage wie der Aschendorff Verlag (Westfälische Nachrichten) in Münster. Das lassen sich nicht alle Zeitungsboten gefallen. Einer klagte jetzt erfolgreich auf Nachzahlung.
mehr »

Weiterer Warnstreik bei Deutscher Welle 

Erneut kam es bei der Deutschen Welle zu einem Warnstreik, der zu Sendeausfällen im News-Bereich führte. Jeweils bis zu 100 Kolleg*innen waren an den Standorten Köln und Bonn beteiligt. Der Etat der Deutschen Welle steigt auch in 2022 garantiert, dennoch gibt es bisher kein konkretes Angebot der Intendanz der Deutschen Welle in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass Anfang Oktober weiterverhandelt wird.
mehr »

Engagierter Gewerkschafter und Philosoph

Dieter Brumm, geboren 1929 in Wentorf als Sohn einer bayerischen Beamtentochter und eines Hamburger Kaufmanns, ist am 21. August 2020 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. 
mehr »