Manteltarifvertrag gekündigt

ver.di schlägt RTL Beschäftigungspakt vor

Die aktuelle achte Tarifrunde bei RTL am 23. Mai begann mit einer Hiobsbotschaft. Die Geschäftsführungen von RTL-Television und den Regionalgesellschaften in Nord, West und Hessen kündigten den Manteltarifvertrag (MTV) zum Ende des Jahres. RTL hält dabei „eine Veränderung der tariflichen Rahmenbedingungen für unverzichtbar.“

Die ver.di-Vertreter gehen jedoch davon aus, dass diese Tarifrunde über die reinen Tarifmaterien hinaus auch die existentiellen Fragen der RTL-Beschäftigten beantworten müsse und haben deshalb einen Beschäftigungspakt vorgeschlagen. Damit will ver.di die zwischenzeitlichen Spekulationen um das Ausmaß geplanter Stellenstreichungen, etwa durch die Fusionen mehrerer Redaktionen beenden und wieder Sicherheit und Ruhe in den Sender bringen. Der Pakt soll diesem unverständlichen Personalabbau entgegenwirken, weil dieser neben den Arbeitsplätzen auch die Qualität des Programms gefährdet. Aus Sicht des ver.di-Verhandlungsführers Matthias von Fintel belastet die Kündigung des MTV die laufende Tarifrunde, weil damit – wie schon bei Kündigung des Entgelttarifvertrages – ein Countdown bis zu dem Zeitpunkt gestartet wird, ab dem die vereinbarte Tarifsicherheit endet. Die RTL-Haustarifverhandlung wird am 28. Juni fortgesetzt.

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