Manteltarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Zeitschriften

Ring frei zur sechsten Runde: Jetzt geht es auch um die Lohnfortzahlung bei Krankheit

Die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Zeitschriften werden am 3. Dezember 1996 in Hamburg fortgesetzt.

Auch in der nunmehr sechsten Runde gibt es aus Sicht der IG Medien wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung. Alle Forderungen der IG Medien nach mehr Zeitsouveränität, tarifvertraglichen Ansprüchen auf journalistische Weiterbildung und Regelungen zur Frauengleichstellung, wurden bisher vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zurückgewiesen. Lediglich auf der Basis unverbindlicher Empfehlungen könne man sich eine Einigung vorstellen, hieß es zuletzt.Auf der anderen Seite sind die Arbeitgeber bisher nicht von ihren Vorstellungen abgerückt, im Tarifvertrag durchgängig Verschlechterungen zu Lasten der Beschäftigten durchzusetzen. Kündigungsfristen sollen verkürzt, bei der Jahresleistung (Weihnachtsgeld) eine Höchstgrenze eingeführt, die Anstellungsverträge nicht mehr auf ein bestimmtes Objekt, sondern grundsätzlich auf alle Objekte eines Unternehmens ausgestellt werden. Die Nutzung von Beiträgen der Redakteurinnen und Redakteure in anderen Medien, bisher vergütungspflichtig, soll alleine den Verlagen zugute kommen.Verschärft wird die Verhandlungssituation noch durch die Ankündigung des Zeitschriftenverlegerverbandes, in Hamburg auch die Regelung der Gehaltsfortzahlung bei Krankheit in die Verhandlungen einzubringen.

nach oben

weiterlesen

Redaktionelle Artikel zu Discounter-Preisen

Die Social-Media-Anfragen bestimmen das Angebot: Immer mehr Marketing-Unternehmen und -Agenturen schreiben proaktiv freiberufliche Texter*innen und Redakteur*innen auf LinkedIn sowie Xing an und locken mit flexibler Arbeitszeiteinteilung, Homeoffice und anderen „Freiheiten“, um von ihrer Dumpingpreis-Wirtschaft abzulenken. Erst einmal Honig um den Texter-Mund schmieren, bevor es um die bittere Wahrheit der Entlohnung geht. Denn viele von ihnen wollen für redaktionelle Beiträge nur wenige Cents pro Wort zahlen.
mehr »

Freienvertretung in der Deutschen Welle

Bei der Deutschen Welle (DW) haben freie Mitarbeitende an den Standorten Bonn und Berlin eine eigene Vertretung gewählt. Der Freienrat besteht aus sechs Mitgliedern, jeweils drei für jeden Standort, zwei von ihnen sind in ver.di organisiert. 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten sich zur Wahl gestellt. Wahlberechtigt waren knapp 1.900 Beschäftigte. Die Wahlbeteiligung betrug knapp 40 Prozent.
mehr »

Filmtipp: „Silence Radio“

Der Dokumentarfilm „Silence Radio“ begleitet die bekannte mexikanische Journalistin Carmen Aristegui in ihrem Kampf gegen Drohungen und Zensur. Die Regisseurin Juliana Fanjul zeigt meisterhaft auf, wie gefährdet die Pressefreiheit in Mexiko ist. Und wie wichtig es ist, sich nicht einschüchtern zu lassen. „Die Angst darf nicht siegen“, ruft die Journalistin ihren Landsleuten in einer ihrer Sendungen zu.
mehr »

Tariflicher Zuschlag gehört obendrauf

Onlinezuschläge können laut tarifvertraglichen Regelungen beim Bayerischen Rundfunk nicht in Tagessätze für die Honorierung von TV-und Hörfunkbeiträge eingepreist werden, sondern sind zusätzlich zu zahlen. Das besagt ein Urteil des Arbeitsgerichts München, mit dem ein arbeitnehmerähnlicher Freier vom Sender jetzt mit ver.di-Rechtsschutz eine Nachzahlung für zwei Jahre erstritt.
mehr »