Manteltarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Zeitschriften

Ring frei zur sechsten Runde: Jetzt geht es auch um die Lohnfortzahlung bei Krankheit

Die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Zeitschriften werden am 3. Dezember 1996 in Hamburg fortgesetzt.

Auch in der nunmehr sechsten Runde gibt es aus Sicht der IG Medien wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung. Alle Forderungen der IG Medien nach mehr Zeitsouveränität, tarifvertraglichen Ansprüchen auf journalistische Weiterbildung und Regelungen zur Frauengleichstellung, wurden bisher vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zurückgewiesen. Lediglich auf der Basis unverbindlicher Empfehlungen könne man sich eine Einigung vorstellen, hieß es zuletzt.Auf der anderen Seite sind die Arbeitgeber bisher nicht von ihren Vorstellungen abgerückt, im Tarifvertrag durchgängig Verschlechterungen zu Lasten der Beschäftigten durchzusetzen. Kündigungsfristen sollen verkürzt, bei der Jahresleistung (Weihnachtsgeld) eine Höchstgrenze eingeführt, die Anstellungsverträge nicht mehr auf ein bestimmtes Objekt, sondern grundsätzlich auf alle Objekte eines Unternehmens ausgestellt werden. Die Nutzung von Beiträgen der Redakteurinnen und Redakteure in anderen Medien, bisher vergütungspflichtig, soll alleine den Verlagen zugute kommen.Verschärft wird die Verhandlungssituation noch durch die Ankündigung des Zeitschriftenverlegerverbandes, in Hamburg auch die Regelung der Gehaltsfortzahlung bei Krankheit in die Verhandlungen einzubringen.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Was bringt der Pressekodex?

Eine Anwältin wird in einer Boulevardzeitung identifizierend an den Pranger gestellt – obwohl sie nichts Unrechtes getan hat. Die Folge: Bedrohungen, eine rechtsextreme Kundgebung vor ihrer Kanzlei, Polizeischutz. Der Deutsche Presserat spricht Monate später eine Rüge aus. Der Schaden ist aber angerichtet.
mehr »

Erneute ver.di-Streiks in der ARD

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am heutigen Donnerstag in den ARD-Sendern NDR und WDR zum gemeinsamen Streik auf. Auch im BR wird es Aktionen geben. Hintergrund sind die gekündigten Tarifverträge zu Gehalt und Honoraren zu Ende Januar 2026. Die Verhandlungen dazu blieben bislang ergebnislos. Mit Programmeinschränkungen wird gerechnet.
mehr »

Machen Sie es sich unbequem

Ich bin Rechtshänderin. Neulich habe ich mir morgens die Zähne mit der linken Hand geputzt. Keine gute Idee. Es fühlte sich falsch an. Ungelenk. Irgendwie so, als würde mein Gehirn die ganze Zeit protestieren. Und genau genommen tat es das auch. Unser Gehirn liebt Gewohnheiten. Es baut dafür regelrechte Autobahnen im Kopf. Und alles, was davon abweicht, fühlt sich erst einmal anstrengend an.
mehr »

Haltestelle verpasst

Der digitale Omnibus der EU droht Grundrechte zu verwässern. Er enthalte eine Reihe technischer Änderungen an digitalen Rechtsvorschriften, die ausgewählt worden seien, um „Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und Bürgern gleichermaßen Soforthilfe zu bieten und die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern,“ schrieb die EU- Kommission im Dezember vergangenen Jahres.
mehr »