Selbstständige mit Erwartungen an ver.di

ver.di organisiert rund 30 000 selbstständige Erwerbstätige. Im Projekt Cloud und Crowd beantworteten 834 von ihnen Fragen zur ihrer Erwerbs- und Auftragssituation. Mehr als die Hälfte sehen es als Herausforderung, „regelmäßig und ausreichend Einkommen zu erzielen“. Eine erste Auswertung der Befragung gemeinsam mit Prof. Hans Pongartz von der Uni München formuliert auch Erwartungen an ver.di.

Mit 37,5 Prozent stellen Teilnehmer_innen aus dem Journalismus den größten Teil der Befragten, gefolgt von Kunstbereich, Grafik und Design sowie IT-Dienstleistungen. Aus dem Fakt, dass lediglich 38 Prozent der Befragten angaben, Einkünfte ausschließlich aus ihrer Selbständigkeit zu erzielen, schlussfolgern die Auswerter, dass die bipolare Einteilung in Angestellte oder Selbständige immer fragwürdiger werde. Vielmehr seien unterschiedliche „Kombi-Lösungen“ als Einkommensquellen bei Selbstständigen und Freiberuflern im Kommen. Sie werden als „Strategie“ gewertet, sich Selbständigkeit überhaupt zu ermöglichen. Obwohl die Befragten überwiegend als sehr gut qualifiziert gelten können, verdient nach eigenen Angaben nur ein knappes Fünftel der hauptberuflich Selbständigen mehr als 3000 Euro im Monat. Ein anderes Fünftel nimmt hingegen weniger als 1000 Euro ein. Neben Einkommensfragen treiben die Befragten auch Zukunftsaussichten, Auftragsakquise und vor allem ihre soziale Absicherung um.

Mehrheitlich votieren die teilnehmenden Mitglieder für ein stärkeres Engagement ihrer Gewerkschaft für die Anliegen der Soloselbstständigen. Lob erhalten die Beratungsleistungen von mediafon. Darüber hinaus reichen die Erwartungen von „Einflussnahme auf politische Regelungen“ über Beratung und Vernetzung bis zu höherer Wertschätzung, die sich auch in den Honoraren widerspiegeln müsse. Der ver.di-Bereich Innovation und Gute Arbeit, der die Umfrage initiierte, schlussfolgert daraus, dass Selbstständigkeit künftig weniger dem unternehmerischen Risiko überlassen werden dürfe, als „dass Schutzmechanismen greifen müssen“.

Eine weitere Auswertung der Befragungsergebnisse mit Fokus auf Crowdwork ist in Vorbereitung. Mehr über das Projekt findet sich hier.

 

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