Tarifeinigung perfekt

Neuregelung der Altersversorgung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Bereits am 21. März 2005 haben sich die Mehrheit der ARD-Anstalten (BR, DeutschlandRadio, NDR, RB, RBB, SWR und WDR, die Deutsche Welle hatte sich dieser Einigung bereits durch gesonderten Tarifvertrag im November 2004 unterworfen) und ver.di, die Deutsche Orchestervereinigung und der DJV auf eine weitreichende Neuordnung der Altersversorgung verständigt.

Die sich daran anschließenden und zum Teil sehr schwierigen Redaktionsverhandlungen konnten nun Anfang August 2005 abgeschlossen werden, so dass sich das Tarifwerk jetzt bereits im Unterschriftsverfahren befindet.

Die zentrale Einigung enthält folgende materielle Eckpunkte:

Die Gesetzesänderungen des Alterseinkünftegesetzes, des RV-Nachhaltigkeitsgesetzes, des GKV-Modernisierungsgesetzes sowie anderer Gesetze verursachen bei den obengenannten Anstalten Mehrbelastungen von über 700 Millionen Euro. Die Tarifeinigung führt zu einer etwa hälftigen Lastenteilung, d. h. die Anstalten werden Mehrbelastungen von „nur“ 350 Millionen Euro tragen.

Alle bisher noch bestehenden Nettogesamtversorgungsregelungen werden zum Stichtag 1.1.2005 in Bruttogesamtversorgungsregelungen umgewandelt. Dabei erhöhen sich auf Grund der von den Anstalten getragenen Lasten aus den Steuerreformen 2004 / 2005 und der bereits in 2005 wirkenden neuen Rentenbesteuerung die Versorgungsleistungen um durchschnittlich 10 %, für Ledige in Einzelfällen sogar um bis zu 27 %, da ver.di in den Verhandlungen durchsetzen konnte, dass bei der Umwandlung von den bestehenden Netto- in Bruttoregelungen pauschal die Steuerklasse 3 zu Grunde zu legen ist.

Darüber hinaus konnte für zukünftige Erhöhungen der Bruttogesamtversorgung bei Tarifsteigerungen ein besonderer sozialer Ausgleichsfaktor vereinbart werden. Als besonderen, herausragenden Erfolg bewertet die ver.di-Verhandlungskommission die Durchsetzung der Verknüpfung zwischen der Freistellung der Anstalten von Auffülleffekten und der Kündigungsmöglichkeit des ARD-einheitlichen Versorgungstarifvertrages (VTV). Diese Verknüpfung macht im Ergebnis eine Kündigung dieses Tarifvertrages für die Rundfunkanstalten vor 2015 unmöglich.

Zusätzlich konnte als Ergebnis dieser Tarifeinigung noch ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bei den beteiligten Rundfunkanstalten und eine Übernahmegarantie bis Ende 2008 für den Fall derartiger Kündigungen bei IRT, RBT, SRT und ZFP (als GmbH`s organisierte Gemeinschaftseinrichtungen der ARD) vereinbart werden. Eine ausführliche Information folgt in der nächsten Ausgabe der „M“.

Wolfgang Paul, ver.di Bundesvorstand, Fachbereich 8

nach oben

weiterlesen

Tarifrunde bei den Privatradios gestartet

Für die rund 1.000 Beschäftigten in Privatradios, die im Tarifverband Privater Rundfunk (TPR) zusammengeschlossen sind, haben die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Journalistenverband (DJV) am 12. Oktober 2021 Tarifverhandlungen gestartet. ver.di fordert für die redaktionellen, technischen und kaufmännischen Beschäftigten einen Festbetrag in Höhe von 175 Euro, für Volontär*innen von 100 Euro und für Auszubildende von 50 Euro für eine Laufzeit über die kommenden zwölf Monate. Die Arbeitgebervertreter haben ihrerseits kein konkretes Angebot gemacht.
mehr »

RBB-Freie in Aktion: „Bloß nicht geizen“

„#Wirsindnichtda“ heißt die Aktion der RBB-Freien in der Woche vor der Bundestagswahl, zu der sich bereits über 360 Kolleg*innen eingetragen haben. Zum Auftakt gab es eine Demonstration vor dem RBB-Fernsehzentrum in der Masurenallee wie schon am 1. Mai zur Aktion „#FreiimMai“. Nach wie vor geht es vor allem um Beschäftigungs- und Honorarsicherung für die vielen freien Mitarbeiter*innen, ohne die ein gutes Programm beim RBB nicht möglich ist.
mehr »

Neue Publik-Chefin

Maria Kniesburges war seit 2007 Chefredakteurin der ver.di publik und der ver.di news. 14 Jahre lang prägte sie die ver.di-Medienlandschaft. Jetzt ist sie in den Ruhestand gegangen. Ihre Nachfolgerin Petra Welzel ist seit dem 1. September im Amt. Die Kunsthistorikerin und Journalistin hat mehr als 30 Jahre journalistische Erfahrung. Seit ver.di-Gründung ist sie Chefin vom Dienst der ver.di publik, mittlerweile auch für verdi.de und verdi.tv. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich die ver.di-Medien weiterentwickelt haben und den Herausforderungen der Gegenwart mit ihren zahlreichen Kommunikationskanälen gerecht werden. Denn die Ansprüche an Kommunikation haben sich seit der…
mehr »

Abschied von Fritz Wolf

Wir trauern um unseren Autoren Fritz Wolf. Er starb am 29. August im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit. Sein Thema war der Dokumentarfilm. Kritisch benannte Wolf immer wieder die mangelnde Wertschätzung dieses Filmgenres, die sich unter anderem in zu wenig und zu späten Sendezeiten im Fernsehen sowie in nicht ausreichender Förderung manifestierte. Mit so manchem Filmtipp in M verschaffte er einer Doku mehr Aufmerksamkeit, regte an, sie zu schauen. Fritz Wolf war auch Autor für epd medien, verfasste verschiedene Studien und war viele Jahre aktiv in Gremien des Grimme-Preises. Wir werden ihn vermissen.    
mehr »