Tarifstandards erhalten

Die Tarifverhandlungen für die etwa 9.000 im Bundesgebiet bei Zeitschriftenredaktionen angestellten Redakteurinnen und Redakteure sind auch nach der dritten Runde am 21. Januar ergebnislos geblieben und auf den 15. April in Berlin vertagt worden.


Der Manteltarifvertrag für Zeitschriftenredaktionen ist zum Ende 2009 vom Zeitschriftenverleger-Verband (VDZ) gekündigt worden. Der VDZ hat erneut von den Journalistengewerkschaften die Absenkung der Arbeitgeberbeiträge zur Presseversorgung gefordert und will für den neuen Manteltarif über eine Absenkung von Urlaubsgeld und Jahresleistung, Streichung von Zuschüssen zum Krankengeld und eine Verkürzung von Kündigungsfristen verhandeln. Zusätzlich soll die Arbeitszeit um vier Stunden verlängert werden, wodurch jede zehnte Redakteursstelle eingespart werden könnte. Die dju in ver.di hat die vom VDZ geforderten Verschlechterungen strikt abgelehnt. Sie will über zeitgemäße Anpassungen der Tarifwerke konstruktiv sprechen. Doch über die von der dju geforderte Einbeziehung der Onlineredakteurinnen und -redakteure, über bezahlte Qualifizierungsansprüche, Arbeitszeitkonten und die Verlängerung des bis Ende 2010 laufenden Beschäftigungssicherungstarifvertrages hat der VDZ bisher nicht verhandeln wollen. „Die Haltung der Verleger-Vertreter zeigt damit mangelnden Respekt vor den Leistungen der Redakteurinnen und Redakteure“, kritisiert dju-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ZDF textet nur noch in Ausnahmefällen

Seit Dezember 2025 gilt der Reformstaatsvertrag zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Damit haben die Bundesländer die Vorgaben für die Sender verschärft, ihre Online-Angebote nicht presseähnlich zu gestalten. Eine Textberichterstattung erfordert seitdem, mit wenigen Ausnahmen, einen aktuellen Sendungsbezug. Das ZDF reagierte auf den erhöhten Bewegtbild-Bedarf mit strukturellen Änderungen.
mehr »

Spanien: Strafe für Berichterstattung?

Die spanische Datenschutzbehörde will Zeitungen bestrafen, weil sie illegal in soziale Bewegungen eingeschleuste Polizisten enttarnt oder darüber berichtet hatten. Bislang sind Gerichte nicht tätig. Die Vorgänge drohen zu einem Präzedenzfall zu werden, warnen die betroffenen Medien und Menschenrechtsorganisationen.
mehr »

Kahlschlag bei DuMont in Köln

Die dju in ver.di kritisiert den Kahlschlag der Regionalredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau. Zum 30. September endet die Tätigkeit der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG). 57 tarifgebundene Vollzeitstellen entfallen. Die betroffenen Beschäftigten müssen sich jedoch auf neu zugeschnittene Stellen bewerben. Eine Übernahmegarantie gibt es nicht.
mehr »

AI Act legt KI-Kennzeichnung fest

Petra Schwegler fasst für die Webseite der Medientage München die seit dem 2. August 2026 geltenden Bestimmungen zur KI-Kennzeichnung zusammen. Der AI Act gilt: Wer KI-generierte oder -manipulierte Inhalte veröffentlicht, muss das kennzeichnen. Die Regel gilt für Chatbots, für Deepfakes, für Werbespots, für alles künstlich Generierte.
mehr »