Produzenten sichern sich Video-on-Demand-Rechte

Die deutschen Produzenten haben im Tauziehen mit den öffentlich-rechtlichen und den Privatsendern in Deutschland eine erste Einigung erzielt: Bei Streifen, die von der FilmFörderungsAnstalt (FFA) unterstützt werden, verbleibt künftig ein Großteil der Internet-Rechte bei den Filmproduzenten.

Die neue Produzentenallianz ist zufrieden: „Mit der Vereinbarung haben Sender und Produzenten bewiesen, dass es möglich ist, auch bei divergierenden Interessen einen für beide Seiten tragbaren Kompromiss zu finden“, so Uli Aselmann, Vorstandsvorsitzender der Sektion Kino. Konkret geht es um Video-on-Demand und Download. Die Rechte dafür verbleiben bei den Produzenten, sieht das neue Gemeinschaftsabkommen der FFA mit ARD und ZDF sowie den im Verband privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) organisierten Sendern vor. Die Sender kaufen mit dem Senderecht lediglich die Free-Video-on-Demand (VoD)-Rechte für sieben Tage nach Erstausstrahlung. ARD und ZDF können die Programme außerdem in der Lizenzzeit maximal drei Mal und nur für vier Wochen pro Nutzung in ihre Mediatheken einstellen. Pay-VoD-Rechte erhalten die Sender grundsätzlich nicht-exklusiv und auch nur, wenn sie sich substantiell an der Filmfinanzierung beteiligen. Download-Rechte verbleiben prinzipiell bei den Produzenten. Zum Schutz bei der Web-Verwertung soll ein so genanntes Geo-Blocking eingesetzt werden. Diese Regelungen sind Mindestbedingungen – vertraglich können auch bessere Konditionen vereinbart werden. „Der nächste Schritt wird sein, die Terms of Trade auch bei nicht-geförderten Produktionen den Gegebenheiten anzupassen“, sagt Christoph Palmer, Vorsitzender der Produzentenallianz-Geschäftsführung.

 
nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Leben ohne Thüringer Lokalzeitung 

Ostthüringen ist im Jahr 2023 von der Funke-Mediengruppe zur „Modellregion für die Digitalisierung des ländlichen Raums“ erklärt worden. Der Verlag stellte die Zustellung der Printausgabe der Ostthüringer Zeitung in elf Gemeinden rund um Greiz ein. Thomas Schnedler und Malte Werner vom Netzwerk Recherche haben die Folgen untersucht. Die Ergebnisse finden sich im Abschlussbericht „Lückenfüller –Was kommt, wenn die Lokalzeitung geht?“.
mehr »

Katapult MV: Die Stimme für den Norden

Die kleine Redaktion von Katapult MV stellt im Flächenland mit 1,57 Millionen Einwohner*innen mit einer monatlichen Zeitung und aktuellen Online-Beiträgen ein Gegengewicht in der Berichterstattung dar. Wir sprachen mit Chefredakteur Patrick Hinz über Lokaljournalismus, die anstehenden Landtagswahlen und den journalistischen Umgang mit der AfD.
mehr »

Berichten wo es ungemütlich ist

In autoritär regierten Staaten geraten auch ausländische Medienschaffende zunehmend unter Druck: Einreiseverbote, die Verweigerung von Visa und andere Repressionen erschweren die Arbeit von Korrespondent*innen. In vielen Fällen bleibt ihnen nur noch die Berichterstattung aus dem Ausland ohne direkten Zugang zum Land selbst.
mehr »

Politik zwingt MDR in die Knie

Der MDR muss weiter massiv sparen und geht dabei ans Eingemachte. Nach "MDR um 2" und "Mittagsmagazin" trifft es jetzt "Tatort" und "Polizeiruf". Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) stellt sich hinter die Beschäftigten und fordert eine verlässliche Finanzierung des Senders sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit den angekündigten Sparmaßnahmen.
mehr »