Premiere im Tarifgeschäft

Filmschaffende erhalten Erlösbeteiligung an Kinofilmen

ver.di und der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) haben mit der Produzentenallianz eine grundlegend neue Vereinbarung für die etwa 25.000 Filmschaffenden in Deutschland abgeschlossen: Alle am Filmset und an der Herstellung des Kinofilms Beteiligten – also Schauspielerinnen, Regisseure, Szenenbildner, Kameraleute, Tonleute und Filmeditorinnen – werden eine Erlösbeteiligung bei Kinofilmen erhalten.

Diese sichert zusätzlich zu den bereits geltenden Tarifverträgen eine Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg des Films.
Sobald der Produzent die für die Filmherstellung eingesetzten Eigenmittel eingespielt hat, wird eine Beteiligung an allen Verwertungserlösen etwa aus Kinoverleih, Fernsehrechten oder Weltvertrieb von zunächst 7,5 Prozent fällig, bis die meist zur Filmfinanzierung eingesetzten Förderdarlehen zurückgezahlt sind. Danach steigt die Beteiligung auf 12,5 Prozent und schließlich in einer dritten Stufe auf 15 Prozent, sobald weitere Erlöse in Höhe von 20 Prozent der Produktionskosten erzielt sind. Der Tarifvertrag tritt Anfang 2014 in Kraft und hat eine Laufzeit bis Ende 2016.
„Der Tarifvertrag schafft eine neuartige Erstrechte-Vergütung für Filmschaffende. Das ist eine Premiere, die sich sehen lassen kann. Damit entstehen unabdingbare zusätzliche Vergütungsansprüche für Filmurheberinnen und -urheber und Schauspielerinnen und Schauspieler, die in deutschen Kinoproduktionen mitwirken. Uns war wichtig, dass die Beteiligung sofort nach Rückführung der Eigenmittel der Produzenten erfolgt. Der Beteiligungssatz ist dabei in dieser Höhe ein Kompromiss, der für die kommenden drei Jahre als Einstieg akzeptabel ist“, sagte ver.di-Vize Frank Werneke.
Nach diesem ersten Erfolg für Filmschaffende in Kinoproduktionen würden als nächstes Verhandlungen für an Fernsehproduktionen Beteiligte aufgenommen. Außerdem müsse die Verteilung der ab 2014 zu zahlenden Vergütungen organisiert werden. Der Tarifvertrag gilt nicht für diejenigen, die nicht unter die tariflichen Regelungen fallen können, weil sie selbstständig arbeiten und eigenständige, urheberrechtlich geschützte Werke liefern, also etwa Drehbuchautoren oder Komponisten. Ihre Beteiligung muss gesondert und zusätzlich geregelt werden.

Weiterlesen im Internet

www.produzentenallianz.de/pressemitteilungen/

www.mediabiz.de/film/news/vertragliche-regelung-zur-erloesbeteiligung/333247

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