Leserbrief: Kein Feigenblatt

Billige Reporter“ in M 9 / 06

Die Ansicht des Autors von „Billige Reporter“, die er den Offenen Kanälen zukommen lässt, indem er der Beurteilung als „medienpolitisches Feigenblatt“ als „nicht ganz unzutreffend“ zustimmt, kann ich absolut nicht teilen.

Zumindest für Sachsen-Anhalt trifft dies nicht zu. Und was das Nischendasein betrifft, so teilen dieses Schicksal nicht nur die Offenen Kanäle, sondern wohl der Großteil aller Fernsehsender, wenn man von einer Handvoll Marktführer absieht. Allerdings muss man auch sehen, dass das Nischendasein politisch meist so gewollt ist bzw. aufgrund der finanziellen Situation in den Bundesländern zumindest so hingenommen wird, egal wie stark die Landesmedienanstalten sich machen. Einige Offene Kanäle haben es zumindest geschafft, sich und ihre Sendungen sogar per Live-Stream im Internet zu etablieren, andere veröffentlichen wenigstens einen Teil der Sendungen oder einzelne Beiträge im Internet. Für mich persönlich, der ich aktiv beim Offenen Kanal Magdeburg mitarbeite, ist der Offene Kanal eine hervorragende Möglichkeit, als arbeitsloser TV-Journalist (55) nicht ganz die Verbindung zum Medium Fernsehen zu verlieren, sondern immer am Ball zu bleiben, technische Neuerungen hautnah mitzubekommen und nicht zuletzt Verbindungen zu vielen Menschen weiter pflegen zu können. … die Mitarbeiter dort sind auch nicht böse, dass ich sie ein wenig mit meiner Erfahrung unterstützen kann, und wir haben das Wohlwollen der Landesmedienanstalt Sachsen-Anhalt, was nicht unwichtig ist.

 
nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Pressefreiheit schützen heißt: Journalist*innen schützen!

55 Angriffe auf Journalist*innen verzeichnete „Reporter ohne Grenzen" (ROG) in Deutschland im Jahr 2025. Und dass es 2026 so weitergeht, zeigt der jüngste Fall aus Schnellroda: Bei der „Winterakademie" des rechtsextremen Milieus wurden Journalist*innen von Teilnehmenden der Veranstaltung verbal erniedrigt, bedroht, körperlicher Gewalt ausgesetzt und bestohlen. ROG wertet den Vorfall als Beispiel  für die zunehmende Normalisierung von Gewalt und Einschüchterung gegenüber der Presse im extrem rechten Milieu.
mehr »

Springer braucht Schutzkodex

Der WELT-Chefredakteur Jan Philipp Burgard ist von seinem Posten zurückgetreten. CORRECTIV-Recherchen zufolge könnte es dabei um den Vorwurf unangebrachten Verhaltens gegenüber einer Verlagsmitarbeiterin auf der Axel-Springer-Weihnachtsfeier gehen. Ist diese Personalie am Ende vielmehr eine Frage der Unternehmenskultur? Wie gehen Medienhäuser mit möglichen Grenzverletzungen um – und wessen Schutz steht, dabei im Mittelpunkt?
mehr »

Shorts sind keine Hosen

Ein Video-Clip zeigt, wie die Entsorgungsbetriebe einer großen Ruhrgebietsstadt Sperrmüll aufladen und entsorgen. Ein anderer befasst sich mit einem Fußballspiel des Regionalligisten Rot-Weiss-Essen. Und dann noch ein Clip, indem eine junge Redakteurin ihren Arbeitsalltag bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (Funke Mediengruppe) in Bochum beschreibt.
mehr »

Das Netz hat ein SLOP-Problem

Künstliche Intelligenz verändert das Internet wie wir es kannten. KI dient als Beschleuniger von immer neuen Inhalten. Nicht immer entstehen auf diese Weise sinnvolle Inhalte. AI Slop, also digitaler Müll, flutet das Netz. Und KI geht nicht mehr weg. Denn KI-Modelle, finden sich inzwischen an allen möglichen und unmöglichen Stellen des privaten und beruflichen Lebens.
mehr »