Facebook-Pläne rufen Verleger auf den Plan

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Der Social-Media-Riese will seinen Nutzern weniger Artikel etablierter Medien anzeigen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg begründet dies mit einem verbesserten Nutzungserlebnis: Künftig sollen Beiträge von Bekannten und Freunden der Nutzer bevorzugt werden. Verleger kritisieren die Kurswende und fordern eine Regulierung des Internet-Konzerns und seiner Algorithmen. Wann die Neuausrichtung tatsächlich stattfinden soll, ist aber noch unklar.

Mark Zuckerberg hatte den bereits im Vorfeld erwarteten Schritt in einem Beitrag auf Facebook angekündigt: „In jüngster Zeit haben wir Rückmeldungen unserer Community bekommen, dass öffentliche Postings von Geschäften, Marken und Medien die persönlichen Inhalte verdrängen“, erklärte er dort.

Im sogenannten Newsfeed zeigt Facebook seinen mittlerweile zwei Milliarden Nutzern die Artikel von Freunden und abonnierten Facebook-Seiten nicht chronologisch an, sondern stellt per Algorithmus den Lesern eine individuelle Auswahl zusammen. Durch das jetzige Rückstufen von Nachrichtenquellen können viele Verlage künftig voraussichtlich weniger Leser erreichen, wenn sie Facebook nicht für die Verbreitung der Artikel bezahlen.

Nachrichtenartikel werden allerdings nicht ganz aus dem Facebook-Newsfeed verschwinden. Künftig sollen aber Beiträge bevorzugt werden, die eine „bedeutsame soziale Interaktion“ begünstigten – als Beispiel nennt Zuckerberg Sportübertragungen. Facebook hatte die veränderten Newsfeed-Algorithmen bereits in einigen Ländern erprobt. Wann die Umstellung in den USA und in Deutschland erfolgt, ist aber noch unklar.

Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), zweifelt daran, dass Facebook mit der Neuorientierung lediglich das Gemeinschaftsgefühl der Mitglieder verbessern wolle: „Marc Zuckerberg ist nicht der Säulenheilige des Silicon Valley, sondern optimiert das Nutzungserlebnis des marktbeherrschenden sozialen Netzwerks so, dass die Rendite steigt und die Nutzer im Netzwerk mehr Zeit verbringen“, meint Scherzer. Auch der Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) dringt auf eine strengere Regulierung des Internetkonzerns: „Die Auffindbarkeit von Inhalten der Zeitungshäuser muss bei marktdominanten Anbietern durch Maßnahmen zur Sicherung der Plattform- und Suchmaschinenneutralität sichergestellt werden“, heißt es in einer Stellungnahme.

In den vergangenen Jahren hatte Facebook noch um die Zusammenarbeit mit etablierten Medien geworben, indem man zum Beispiel das Format „Instant Articles“ etablierte – allerdings mit beschränktem Erfolg. Im vergangenen Jahr geriet der Konzern immer mehr in die Kritik, weil er die Verbreitung von Falschmeldungen begünstigte und über seine Werbeanzeigen die Manipulation von Wahlkämpfen ermöglichte. Branchenbeobachter vermuten, dass Facebook mit der Neuausrichtung der Kritik am eigenen Geschäftsmodell begegnen und zugleich die Ausweitung auf den chinesischen Markt begünstigen will.

 

 

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