Wetterberichtigung für ein diverses Land

Karin Wenk Foto: Martha Richards

Positiv und erfrischend kreativ beginnen die Neuen deutschen Medienmacher*innen (NdM) das Jahr 2021. Sie geben künftigen Wettergebieten Namen mit Migrationshintergrund. Denn Deutschland ist divers: „Millionen von Menschen mit internationaler Herkunft gehören längst zur Gesellschaft dazu.“ Und doch sind sie oft unsichtbar, kommen öffentlich – auch in der Berichterstattung – wenig vor.

Im Zuge ihrer Kampagne #wetterberichtigung haben die Neuen Deutschen Medienmacher*innen beim Institut für Meteorologie die ersten 14 Patenschaften für Hoch- und Tiefdruckgebiete im Jahr 2021 gekauft. Sie geben ihnen Namen wie Ahmet, Chana, Khuê und Romani. Denn schließlich würden inzwischen auch viele Deutsche diese Namen tragen, heißt es zur Begründung. Und das gelte auch in Österreich und in der Schweiz. Deshalb stehen hinter der Kampagne neben den Neuen deutschen Medienmacher*innen, die Neuen Schweizer Medienmacher*innen und das Kreativteam goandtry.com aus Österreich – „eine internationale Wetter-Allianz, die Diversität sichtbar machen will. Überall.“

Seit 10 Jahren setzen sich die NdM für mehr Vielfalt in den Medien und eine professionelle Berichterstattung im Einwanderungsland Deutschland ein. Dazu zählten sie auch die Vielfalt in der Wetterberichterstattung. Sie komme in jeder Nachrichtensendung am Ende vor. Aber es gehe ihnen insgesamt um „Vielfalt in den Medien – denn guter Journalismus ist immer vielfältig“.

Die Notwendigkeit, hier etwas zu ändern, ist offensichtlich. Denn bisher liege, NdM zufolge, der Anteil an Menschen aus Einwandererfamilien im Journalismus bei schätzungsweise 0 bis 10 Prozent. Viele Redaktionen seien noch immer sehr weiß. Dennoch könne sich heute niemand mehr vorstellen, dass in Redaktionen zum Beispiel nur Männer arbeiten würden. „Gesellschaftliche Perspektiven sind vielfältig und Redaktionen sollten das abbilden. Nicht (nur) aus Fairnessgründen, sondern weil Journalismus nicht einseitig sein sollte. Eine Möglichkeit, Diskriminierungen auszugleichen, sind sogenannte positive Maßnahmen („affirmative action“). Dazu zählen auch Quoten. Sie bewirken effektive Veränderungen und machen sie vor allem messbar und transparent“, heißt es in den FAQ #wetterberichtigung.

Es lohnt, bei den Neuen deutschen Medienmacher*innen nachzulesen, denn auch ihre Aktivitäten sind vielfältig. So wird derzeit an einem DIVERSITY-GUIDE für deutsche Medien gearbeitet. Darin sind zig Methoden, Best-Practices, Argumente und Empfehlungen gesammelt für vielfältiges Medienpersonal und Medieninhalte. Das Handbuch wird im März 2021 veröffentlicht. Für M ein Grund mehr, im nächsten Magazin das Thema „Diversity im Journalismus“ in den Fokus zu setzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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