Freies Radio im Visier der Rechten

Foto: 123rf

Im Entwurf des Wahlprogramms der AfD in Sachsen-Anhalt wird unter Anderem die Streichung der finanziellen Förderung des Freien Radios Corax aus Halle gefordert. Der Sender sieht darin einen Angriff auf die Pressefreiheit.

Dass rechte Parteien wie die AfD die Öffentlich-rechtlichen Sender abwickeln wollen,  ist bekannt. Doch auch Freie Radios stehen im Visier der Rechten. So steht  im Entwurf des Wahlprogramms der AfD-Sachsen-Anhalt die Forderung, dem Freien Radio CORAX jegliche finanzielle Förderung zu streichen. Darauf machte der Sender kürzlich aufmerksam.

Radio Corax

„Der Fokus auf unser Projekt überrascht uns nicht. Radio CORAX steht für alles, was die AfD Sachsen-Anhalt abschaffen will“, sagt Alex Körner von Radio Corax gegenüber M. Dafür nennt der Sender mehrere Beispiele. Über 400 ehrenamtliche Vereinsmitglieder von Radio Corax fördern den offenen Austausch und positionieren sich gegen rechte und völkische Propaganda. Das wirkt auf lokaler Ebene erheblich. Ein Beispiel ist der  erfolgreiche antifaschistische Protest gegen ein Zentrum der rechten Identitären Bewegung in der Innenstadt von Halle. 2019 musste es nach nur 2 Jahren wieder schließen. Dass es sich in der Stadt nicht etablieren konnte, war sicher auch ein Verdienst von Radio Corax, die den Kritiker*innen des rechten Zentrums immer wieder Gehör verschafften.

Radio Corax lässt sich nicht einschüchtern

Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, auch wenn die Drohung der AfD durchaus ernst genommen werden muss. Schließlich könnte die rechtsextreme Partei nach dem Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt im September 2026 an der Regierung des Bundeslandes beteiligt sein.

Alex Körner betont, dass sich der Sender durch die Rechten  nicht einschüchtern lässt. Das beweist auch  ein Blick in den aktuellen Veranstaltungskalender von Radio Corax. So veranstaltet der Sender gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung unter dem Titel „Demokratisch handeln im autoritären Sog – widerständig und solidarisch“ am 27.2.26 von 10 – 20 Uhr  an verschiedenen Orten in Halle eine Tagung . Die Gespräche und Diskussionen können im Anschluss auf Radio Corax nachgehört werden.

So fördert der Sender eine Diskussionskultur, die nicht nur im Internet stattfinden soll und kommt den  modernen Hörgewohnheiten der Radionutzer*innen entgegen, Sendungen oft nicht mehr analog sondern zeitversetzt zu hören. Die Radiomacher*innen aus Halle sind allen rechten Drohungen zum Trotz entschlossen, ihre Arbeit fortzusetzen. Die Sendelizenz wurde im vergangenen Jahr um weitere 10 Jahre verlängert. Bis 2035 ist damit die Grundlage des Sendebetriebs gewährleistet. Fördermitglieder des Senders seien sehr willkommen, betont Körner.

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