Lokaljournalismus ist ein „Frühwarnsystem der Demokratie“. Das bekräftigt die Kommunikationswissenschaftlerin und Hochschullehrerin Wiebke Möhring im WDR5-„Morgenecho“. Da, wo lokaljournalistische Angebote weniger werden, so Möhring, sinke nachweislich die Wahlbeteiligung und die Gefahr für Korruption und allgemeinen Vertrauensverlust nehme zu.
Lokaljournalismus, betont die Expertin, schaffe Öffentlichkeit und informiere darüber, was vor Ort in den nächsten Wochen und Monaten an Entscheidungen anstehe. Die Professorin für Online- und Printjournalismus an der TU Dortmund erklärt: „Wir sehen, dass, wenn sich Lokaljournalismus aus den Regionen zurückzieht oder auch er dort einfach nicht mehr erscheint, sogenannte blinde Flecken entstehen.“
Die Wahlbeteiligung sinke, das Vertrauen in Politik gehe zurück, und einige Studien zeigten auch, dass das Risiko für Korruption steige, „weil eben niemand mehr genau hinschaut“. Ohne Öffentlichkeit fehle die Entscheidungsbasis, und Menschen könnten sich nicht in dem Maße einbringen, wie es für eine lebendige Demokratie notwendig sei, unterstrich Möhring.
Der Lokaljournalismus stehe unter ökonomischem Druck, weil Menschen immer weniger bereit seien, dafür Geld auszugeben, sagte die Forscherin im WDR. Wenn weniger Menschen Lokaljournalismus etwa über Abonnements kauften, sinke die Reichweite einer Zeitung, und dadurch sinke der Anzeigenpreis. „Und wir sind in einer Abwärtsspirale“, betonte Möhring.

