Nachrichtenkonsum fördert die Demokratie

Wer liest welche Zeitung in staatlichen Institutionen? Unter anderem das wüsste die AfD gern. Symbolbild 123rf

Immer mehr Menschen konsumieren selten oder gar keine Nachrichten oder nehmen diese nur noch indirekt über soziale Medien wahr. Eine Schweizer Studie kommt nun zu dem Schluss, dass die Nachrichtennutzung direkt mit dem Wissen über aktuelle Geschehnisse zusammenhängt. Jene, die selten oder kaum journalistische Medien konsumieren, wissen deutlich weniger über politische und gesellschaftliche Themen. Das wirkt sich demokratische Prozesse aus.

Rund 66 Prozent der Internetnutzer*innen ab 18 Jahren in Deutschland konsumieren laut Reuters Institute mindestens einmal pro Woche Nachrichten online. 61 Prozent regelmäßig klassische Nachrichtensendungen im linearen Fernsehen – bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 33 Prozent. Lineares Fernsehen bleibt mit 43 Prozent die wichtigste Nachrichtenquelle, direkt gefolgt von Online-Nachrichtenangeboten mit 42 Prozent. Soziale Medien wie Facebook, X oder YouTube sind für 33 Prozent die meistgenutzte Nachrichtenquelle im Netz. In der selben Umfrage haben 71 Prozent der erwachsenen Nutzer*innen angegeben, dass sie mindestens gelegentlich aktiv die Nachrichten vermeiden. 2024 waren es noch 69 Prozent.

Weniger Teilhabe durch Unterinformation

Ähnlich sieht es auch in der Schweiz aus. Dies geht aus dem diesjährigen «Jahrbuch Qualität der Medien» des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög) der Universität Zürich hervor. Demnach zählen 46,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung inzwischen zur  Gruppe der „News-Deprivierten“. Dazu zählen die Forscher*innen jene Menschen, die keine oder kaum Nachrichten konsumieren.

Die Studie belegt, dass «News-Deprivierte» nicht nur über das geringste Wissen verfügen. Sie beteiligen sich auch seltener am demokratischen Prozess, z. B. an Abstimmungen und Wahlen, vertrauen signifikant weniger der Politik und Nachrichtenmedien und zeigen den schwächsten demokratischen Gemeinsinn. Sie identifizieren sich am wenigsten mit dem politischen System und fühlen sich weniger als Teil der demokratischen Gesellschaft.


«Jahrbuch Qualität der Medien» des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög)

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