Wie Journalismus ohne BigTech funktioniert

Foto: SWR

Soziale Medien ohne Tech-Konzerne – SWR X Lab und Media Lab Bayern zeigen wie Journalismus unabhängiger werden kann Ein neues Handbuch demonstriert, wie Medien die Abhängigkeit von Facebook, TikTok, X und Co. verringern können und welche Alternativen es gibt.

Durch die Verquickung von politischer, medialer und ökonomischer Macht sind die dominierenden Online-Plattformen längst nicht mehr neutrale Mittler diverser Inhalte, sondern werden selbst zum kuratierenden Medium. Für den Journalismus ist das ein Problem.

Was passiert also, wenn Tech-Milliardäre entscheiden, welche Nachrichten Menschen sehen? Wenn Algorithmen Empörung belohnen statt Information? Und wenn Medien von heute auf morgen ihre Reichweite verlieren, weil eine Plattform ihre Regeln ändert?

Fediverse

bezeichnet einen Zusammenschluss voneinander unabhängiger sozialer Netzwerke mit gemeinsamen Schnittstellen, die Nutzer*innen den Zugriff auf alle beteiligten Netzwerke ermöglichen, ohne dort ein weiteres Konto anlegen zu müssen.

Diese Fragen treiben Journalist*innen weltweit um. Das SWR X Lab und das Media Lab Bayern haben sechs Monate lang mit Medienprofis an alternativen Konzepten im Fediverse gearbeitet, ein Netzwerk von Plattformen, das nach dem Prinzip von E-Mail funktioniert. Nutzer*innen können zwischen verschiedenen Anbietern wechseln, ohne ihre Kontakte zu verlieren und kein einzelner Konzern kontrolliert, was sichtbar wird.

Handbuch für Medienmenschen

Der Report „Reinvent Social Platforms“ fasst die Ergebnisse auf über 60 Seiten zusammen und hilft Redaktionen und Medienprofis mit praktischen Anleitungen: Wie gelingt der Einstieg? Wie lassen sich Communities aufbauen? Und wie könnten Algorithmen aussehen, die journalistische Werte statt Werbeeinnahmen priorisieren?

„Journalismus muss auch jenseits von Big Tech stattfinden“, sagt Vanessa Wormer, Leiterin des SWR X Lab. „Das Fediverse als dezentrales, unabhängiges Netzwerk ist dafür besonders geeignet. Unsere Fellows haben gezeigt, dass das auch praktisch funktionieren kann.“

Annette Kümmel, Geschäftsführerin der Medien.Bayern GmbH: „Mit diesem Report kommen wir unserer Kernaufgabe auf wunderbare Weise nach: Zusammen mit den relevanten Playern der Branche an zukunftsfähigen Ideen für Journalismus und Medien zu arbeiten und diese direkt in konkrete Lösungsansätze zu übersetzen.“


Der Report ist HIER kostenlos verfügbar

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