Buchtipp: Erfolg im Foto-Business

Der Einstieg in die professionelle Fotografie kann ein steiniger Weg sein: Und trotzdem wollen weiterhin viele Menschen in dieses Berufsfeld. Wer dazu Beratung sucht, der findet diese nicht nur bei den Gewerkschaften, sondern heute auch in Online-Foren, bei Facebook-Gruppen oder in der Ratgeberliteratur. So auch im neuen Band „Erfolg im Fotobusiness“ der Consulting- und Coaching-Expertin für Fotograf*innen, Silke Güldner.

Silke Güldner, Erfolg im Foto-Business, ISBN: 9783747500743, 1. Auflage 2019, 192 Seiten, MITP, 24,99 EUR (E-Book 21,99 EUR)

Erschienen ist das 2019 aufgelegte Buch im Fachverlag für IT und Fotografie MITP in der Edition ProfiFoto, die in Kooperation mit der gleichnamigen Fotozeitschrift herausgegeben wird. Dort sind die im Buch versammelten Texte seit 2011 zuerst als monatliche Kolumne unter dem Titel „Erfolg als Fotograf“ erschienen. Chefredakteur Thomas Gerwers hat es sich dann auch nicht nehmen lassen, das Vorwort zum Buch selbst zu verfassen – schließlich solle es ja Menschen geben, die die ProfiFoto nur wegen Güldners Kolumne kauften, weiß er gleich im ersten Satz ganz nonchalant zu berichten.

Die 84 Texte sind übersichtlich auf drei Rubriken verteilt, die mit den drei Primärfarben Blau, Rot und Grün codiert wurden. Unter der Rubrik „Wer bin ich?“ geht es um das Berufsbild Fotograf, Organisation, Profil & Positionierung, bei „Was kann ich?“ wird Motivation&Inspiration sowie Portfolio&Präsentation thematisiert, während „Wie verkauf ich mein Können?“ die Themenbereiche Akquisition, Auftreten&Kommunikation, Honorargestaltung, Marketing&Social Media umfasst. Die zentralen Aussagen der einzelnen Texte wurden jeweils farbig unterlegt. Am Ende jeder Rubrik gibt es unter „Nachgefragt?“ einige kurze Fragen, die als Handlungsempfehlungen und Denkanstöße dienen können.

Inhaltlich wird kaum ein Thema ausgelassen: Die Bandbreite reicht von Haltung bis zu Existenzgründung, von Art-Buying zur Business-Kommunikation, vom Fotojournalismus zur Hochzeitsfotografie, dem Kundemailing zum Zeitmanagement. Auch eher ungewöhnliche Hinweise fehlen nicht, wie etwa auf die Kommunikationsmodelle des Psychologen Schulz von Thun oder die These, dass für erfolgreiche Berufsgestaltung die Typfrage und das Wissen um die eigenen Charaktereigenschaften relevant sind. Die Texte sind flott geschrieben und blicken mit viel Humor und Wohlwollen auf die Klischeebilder – oder doch Eigenarten? –, die sich in der Berufsfotografie immer wieder finden.

Die der ursprünglichen Publikationsform geschuldete Aufmachung einer Aneinanderreihung kurzer Einzeltexte eignet sich eher zum Stöbern und hin und wieder reinschauen als einem Lesen von A bis Z. Bei solch einer Herangehensweise ist es dann auch nicht so schlimm, dass auf Dauer bei 1,5 Seiten pro Thema durchaus Tiefe verloren geht. Stattdessen können die Leser*innen sich angenehm überraschen und inspirieren lassen und die Auseinandersetzung und Vertiefung an anderer Stelle weiterführen. Auf neue Aspekte wird man bei der Fülle an Themen sicherlich stoßen. Ob dies dann tatsächlich Erfolg garantiert, steht auf einem anderen Blatt.


M – Der Medienpodcast: einzigartig anders, denn wir fragen genauer nach

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von SoundCloud. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Reform oder Abrissbirne im Hörfunk

Die Hängepartie um Finanzierung und Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) geht weiter. Nach wie vor sträuben sich ein halbes Dutzend Ministerpräsidenten, der Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) für eine Beitragserhöhung um 58 Cent auf 18,94 Euro zu folgen. Bis Oktober wollen die Länder einen Reformstaatsvertrag vorlegen, um künftig über Sparmaßnahmen Beitragsstabilität zu erreichen. Einzelne ARD-Sender streichen bereits jetzt schon ihre Hörfunkprogramme zusammen.
mehr »

Filmschaffende kriegen künftig mehr

In der achten Tarifverhandlungsrunde für die rund 25.000 Filmschaffenden haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die Schauspielgewerkschaft BFFS und die Produktionsallianz auf Eckpunkte einer vorläufigen Tarifeinigung verständigt. Doch nicht alle Verhandlungsthemen konnten geklärt werden. Die Frage nach der Regelung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Film wurde verschoben.
mehr »

Wie ethisch kann KI berichten?

Ein ethischer Kompass ist angesichts zunehmender Desinformation immer wichtiger – für Journalist*innen, aber auch Mediennutzende. Positivbeispiele einer wertebewussten Berichterstattung wurden jüngst zum 20. Mal mit dem Medienethik Award, kurz META, ausgezeichnet. Eine Jury aus Studierenden der Stuttgarter Hochschule der Medien HdM vergab den Preis diesmal für zwei Beiträge zum Thema „Roboter“: Ein Radiostück zu Maschinen und Empathie und einen Fernsehfilm zu KI im Krieg.
mehr »

VR-Formate im Dokumentarfilm

Mit klassischen Dokumentationen ein junges Publikum zu erreichen, das ist nicht einfach. Mit welchen Ideen es aber dennoch gelingen kann, das stand auf der Sunny Side of the Doc in La Rochelle im Fokus. Beim internationalen Treffen der Dokumentarfilmbranche ging es diesmal auch um neue Erzählformen des Genres wie Virtual Reality (VR).
mehr »