DuMont – Ein Verleger sieht rot

Als in der „Frankfurter Rundschau“ am 8. August ein Artikel mit der Überschrift „Blütenweiße Personalakte – DuMont feuerte altgedienten Stadt-Anzeiger Redakteur“ erschien, soll die Stimmung im Hause DuMont auf den Nullpunkt gesunken sein. Schließlich kratzte der Inhalt des Artikels heftig am Image eines Verlegers, dessen Blatt (zumindest) bisher für liberal gehalten wurde. Schließlich beschrieb er den Rauswurf des Kollegen Schergel und die Umstände ausführlich.Da muß Neven DuMont rot gesehen haben. Er kündigte einen Vertrag, mit dem der „Stadt-Anzeiger“ an einem Auslandskorrespondenten-Pool beteiligt ist, der auch von der „Frankfurter Rundschau“ mitgetragen wird.Das Nachsehen sollten die „Frankfurter Rundschau“ und die Korrespondenten haben. Nur mit einem Kniefall gelang es der „Rundschau“, Neven DuMont zu bewegen, weiter den Korrespondenten-Pool zu tragen. So durfte der Verlag DuMont Schauberg am 5. September unter der Überschrift „Gegendarstellung“ einen Meinungsartikel in der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlichen. Der sogenannte Redaktionsbeauftragte des Verlages, Reinhard Munkes, zeichnet in der „Gegendarstellung“ unter anderem für folgenden Satz: „Der Kölner Verlag wirft seinem ehemaligen Mitarbeiter vor, gegen journalistische Grundsätze verstoßen zu haben, in dem er im „Kölner Stadt-Anzeiger“ Vorwürfe veröffentlichte, ohne ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.“ Mit dem Beitrag seien die Leser vor dem Kauf der DuMont Reisebücher gewarnt worden, heißt es weiter. Daß diese Warnung im Artikel gar nicht zu finden ist, stört dabei offenbar nicht.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Wenn Redakteurinnen streiken

Am 10. März blieben bei den Tageszeitungen Taz und nd – der Tag einige Seiten weiß. In beiden Redaktionen hatten sich Journalistinnen aber auch Lektorinnen und andere Mitarbeiterinnen am 9. März am  FLINTA* -Streik beteiligt und die Arbeit niedergelegt.
mehr »

ver.di fordert Schutzkodex im ÖRR

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert von ARD, ZDF und Deutschlandradio den Schutz von Journalist*innen einen entscheidenden Schritt voranzubringen: Bisher hat sich noch keine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt dem Schutzkodex angeschlossen. In vielen anderen Medienhäusern gelten die Regelungen des „Schutzkodex“ für Medienschaffende allerdings längst.
mehr »

Journalistinnen vor Online-Hass schützen

Zum Internationalen Frauentag warnt die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di vor zunehmender digitaler Gewalt gegen Journalistinnen. Die Gewerkschaft fordert verbindliche Schutzstandards für Medienschaffende und mehr Verantwortung der Medienhäuser beim Schutz ihrer Beschäftigten.
mehr »

RBB: Zweifel bei „Zusammenarbeit“

„Neue Zusammenarbeit“ – so heißt beim RBB das aktuell größte Umbauprojekt. Es soll die Rahmenbedingungen für die journalistische Arbeit verbessern. Dazu gehört eine Umstrukturierung und Verkleinerung der zweiten Führungsebene, der unterhalb des Direktoriums. Vorgesehen sind nur noch acht statt bisher zwölf Positionen. Sie wurden öffentlich ausgeschrieben und sollen bis Anfang April besetzt werden. Doch vom RBB-Personalrat kommt Kritik.
mehr »