Editorial: Mehr Farbe

Neues Haus, neues Layout, neue Möglichkeiten und ein Stück Digital Workflow. So der Rahmen dieser M-Ausgabe nach der sicher für Leserinnen und Leser viel zu langen „Sommerpause“. Menschen, nicht Computer, machen eben Medien: M kommt farbiger daher mit mehr Rubriken und Stilformen – Platz für mehr Informationen über Aktivitäten in ver.di und Debatten um das, was Journalisten, Rundfunkmitarbeiterinnen, Verlagsbeschäftigte und Filmemacherinnen bewegt.

Berufliche Probleme sowie die Entwicklung der Medienbranche spiegeln sich im Pro & Contra, dem Porträt, der Reportage, der Kolumne, Berichten und Artikeln. Der Kreativität und dem Anspruch in M zu lesen, was woanders nicht oder kaum sichtbar steht, ist nur eine Grenze gesetzt: der Seitenumfang! Ideen und Themenvorschläge sind sehr willkommen, gerne auch mit Bemerkungen zum veränderten Zeitschriftengesicht. Dank gilt an dieser Stelle vor allem den Freien, die ihre knapp bemessene Freizeit opferten, um in mehreren Ideen-Runden für eine erneuerte medienpolitische Zeitschrift zu streiten. Der Digital Workflow hat bei M bereits seit einiger Zeit Einzug gehalten. Mit dem Wechsel zur Druckerei apm werden nunmehr alle Daten per DSL übertragen und laufen dann in die computergesteuerte Rotation. Dem voraus geht natürlich das Layout am Computer mit der digitalen Bildrecherche und Bildbearbeitung, die Anzeigenakquise, bei der es demnächst eine neue Kooperation geben wird.

Einzusparen gibt es an M nichts mehr, in der Eine-Frau-Redaktion, bei einer Grafikerin für’s Layout und einem Cover-Gestalter, bei den Honoraren der emsigen Freien, ohne die M niemals erscheinen würde, bei den ohnehin zu wenigen Aufträgen vor allem für Fotografen. An inhaltlichem Gewicht wird erst recht nicht gespart: Der Digital Workflow in den Zeitungsverlagen – unser Titel – wird in M aufgrund der Dimension des Umbruchs und der Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen ein Dauerbrenner der kommenden Monate und Jahre sein. Nicht anders ist es mit Themen wie den Arbeitsbedingungen in den Redaktionen und Sendern, so bei n-tv und dem RBB (S. 23 / 24); beim Informationsfreiheitsgesetz (S. 13), der Lage der Fotografen (S. 13), den Verwertungs- und Urheberrechten (S.19 / 20), der Presse-Versorgung (S. 16) und dem Internationalen (S. 31 – 33). Kritisch werden wir auch die Vorstöße der Arbeitgeber zur nachhaltigen Absenkung der ohnehin sehr geringen Kinolöhne begleiten und über den Kampf der Kinomitarbeiter gegen dieses „unmoralische Angebot“ berichten (S. 26). M ist eben nicht „nur“ Journalistenblatt, sondern die Zeitschrift aller Medienschaffenden.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Was bringt der Pressekodex?

Eine Anwältin wird in einer Boulevardzeitung identifizierend an den Pranger gestellt – obwohl sie nichts Unrechtes getan hat. Die Folge: Bedrohungen, eine rechtsextreme Kundgebung vor ihrer Kanzlei, Polizeischutz. Der Deutsche Presserat spricht Monate später eine Rüge aus. Der Schaden ist aber angerichtet.
mehr »

Journalismus speist KI-Antworten

Ein Viertel von 15 Millionen Quellen, die bei KI-Antworten erscheinen, hat journalistische Herkunft, zeigt eine Erhebung des US-amerikanischen PR-Unternehmens Muck Rack. Ist der seit dem Aufkommens des Internets und nun mit Künstlicher Intelligenz scheinbar beschleunigte und häufig beschworene „Untergang des Journalismus“ doch noch aufzuhalten?
mehr »

Für die Pressefreiheit: Die dju wird 75

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di feiert 2026  ihr 75-jähriges Bestehen. Zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai richtet die Gewerkschaft den Blick auf die aktuellen Herausforderungen für unabhängigen und kritischen Journalismus.  
mehr »

RSF: Pressefreiheit weltweit unter Druck

Weltweit hat sich die Situation für Journalist*innen erneut verschlechtert: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (RSF) fällt mehr als die Hälfte aller Länder in die beiden schlechtesten Kategorien „schwierig“ und „sehr ernst“.
mehr »