Hintergründe zu Flucht und Einwanderung

Der Mediendienst Integration liefert wichtige Zahlen und andere Informationen zu Flucht, Migrationsrouten, Einwanderung nach Deutschland und multikulturellem Zusammenleben. Das Material der vor allem von der Bundesregierung und von Stiftungen finanzierten Informationsstelle wird dieses Jahr verstärkt nachgefragt.

Es ist inmitten der aktuellen großen Debatte um Flüchtlinge gerade als Journalist gut, schnell parat zu haben, aus welchen Ländern diese Menschen derzeit vor allem kommen und was es für Informationsquellen zu den dortigen Zuständen gibt. Auch Zahlen zu den im Mittelmeer gestorbenen Flüchtlingen und eine Zusammenfassung der Positionen, die es im Bundestag zu einem Einwanderungsgesetz gibt, sind da nützlich.
Dieses Wissen hat schon mal, wer die gelegentlichen Pressemitteilungen des Mediendienstes Integration erhält. Weitaus mehr Informationen verschickt die in Berlin ansässige Redaktion in ihrem wöchentlichen Rundbrief. Dort geht es vor allem um Termine im Themenbereich zwischen Flucht und multikulturellem Zusammenleben. Auch aktuelle Zahlen und Beschlüsse werden erwähnt. Rückfragen und Wünsche nach Kontakten von Fachleuten sind dem Mediendienst willkommen. In seinem Internetauftritt gibt es ein ergänzendes Informationsangebot.

Die vierköpfige Redaktion des Mediendienstes Integration wird von der Bundesregierung und sieben Stiftungen finanziert. Für bundesweite Veranstaltungen gibt es mittlerweile eine EU-Förderung. Die Idee zum Projekt entstand 2011 in der Arbeitsgruppe „Medien und Integration“ des „Nationalen Integrationsgipfels“ der Bundesregierung. 2012 nahm die Redaktion die Arbeit auf. Getragen wird der Mediendienst vom Rat für Migration e.V., einem bundesweiten Zusammenschluss von über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Zusätzlich gibt es einen Fachbeirat, dessen Mitglieder vor allem aus großen Medien, den finanzierenden Stiftungen und dem Rat für Migration kommen.
„Alle Redaktionsmitglieder haben journalistische Erfahrung“, sagt Rana Göroglu, die den Mediendienst zusammen mit ihrer Chefredakteurin Ferda Ataman aufgebaut hat. Anfragen erhielten sie vor allem von der Presse, der Rundbrief stehe aber allen Interessierten offen, erklärt die 40-Jährige. „Auch viele Stiftungen und Mitarbeiter aus Politik und Verwaltung fragen nach Informationen.“ Die aktuellen Migrationsströme haben die Nachfrage stark ansteigen lassen: „Wir haben dieses Jahr schon mehr Anfragen erhalten als im gesamten letzten Jahr“, hält die Journalistin fest, die schon fürs Fernsehen, fürs Radio sowie für gedruckte Medien gearbeitet hat.
Das Konzept ist also aufgegangen. Die Finanzierung des Mediendienstes entspricht dem noch nicht. „Unsere am längsten laufende Förderung ist die von der EU, und die ist für drei Jahre“, sagt Rana Göroglu. „Die Geldakquise kostet uns immer wieder viel Zeit und Energie, die wir eigentlich für den normalen Service brauchen würden.“ Die nur gelegentlich von außen mit Texten oder Recherchen belieferte Redaktion arbeite gerade in letzter Zeit am Anschlag.
Der Rat für Migration ist sehr zufrieden mit dem Mediendienst Integration als Korrektiv im medialen Diskurs. Die Soziologin Prof. Dr. Naika Foroutan betont: „Wir haben in den letzten Jahren – nicht zuletzt im Zuge der Sarrazin-Debatte – festgestellt, dass unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Islam und Muslimen, Migration und Flucht nicht gegen das Bauchgefühl der Menschen ankamen.“ Der Mediendienst mache solche Erkenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ZDF textet nur noch in Ausnahmefällen

Seit Dezember 2025 gilt der Reformstaatsvertrag zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Damit haben die Bundesländer die Vorgaben für die Sender verschärft, ihre Online-Angebote nicht presseähnlich zu gestalten. Eine Textberichterstattung erfordert seitdem, mit wenigen Ausnahmen, einen aktuellen Sendungsbezug. Das ZDF reagierte auf den erhöhten Bewegtbild-Bedarf mit strukturellen Änderungen.
mehr »

Spanien: Strafe für Berichterstattung?

Die spanische Datenschutzbehörde will Zeitungen bestrafen, weil sie illegal in soziale Bewegungen eingeschleuste Polizisten enttarnt oder darüber berichtet hatten. Bislang sind Gerichte nicht tätig. Die Vorgänge drohen zu einem Präzedenzfall zu werden, warnen die betroffenen Medien und Menschenrechtsorganisationen.
mehr »

Kahlschlag bei DuMont in Köln

Die dju in ver.di kritisiert den Kahlschlag der Regionalredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau. Zum 30. September endet die Tätigkeit der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG). 57 tarifgebundene Vollzeitstellen entfallen. Die betroffenen Beschäftigten müssen sich jedoch auf neu zugeschnittene Stellen bewerben. Eine Übernahmegarantie gibt es nicht.
mehr »

AI Act legt KI-Kennzeichnung fest

Petra Schwegler fasst für die Webseite der Medientage München die seit dem 2. August 2026 geltenden Bestimmungen zur KI-Kennzeichnung zusammen. Der AI Act gilt: Wer KI-generierte oder -manipulierte Inhalte veröffentlicht, muss das kennzeichnen. Die Regel gilt für Chatbots, für Deepfakes, für Werbespots, für alles künstlich Generierte.
mehr »