LEGIDA: „L-IZ“ stellt live-Berichterstattung ein

Die „Leipziger Internetzeitung“ hat auf ihrer Website angekündigt, die live-Berichterstattung von den LEGIDA-Demonstrationen einstellen zu wollen. Als Grund dafür wurden der unzureichende Schutz der Journalistinnen und Journalisten vor Ort durch die Einsatzkräfte der Polizei und die unveränderte Bedrohungslage genannt.

In einem offenen Brief forderte die „L-IZ“ gestern die Leipziger Polizeidirektion auf, endlich adäquate Maßnahmen zu entwickeln, wie man die Gewalt gegen Medienvertreterinnen und –vertreter auf den LEGIDA-Demonstrationen unterbinden kann. Die Ursache für die „offenbar geduldete Gefährdung von Journalisten“ auf den LEGIDA-Demos wird in der „fehlenden Unterstützung seitens der Einsatzbeamten vor Ort“ gesehen. So sei es bereits mehrfach vorgekommen, dass Vor-Ort-Berichterstatter der „Leipziger Internetzeitung“ von Demonstranten bedroht oder tätlich angegriffen worden seien, ohne dass darauf ein Eingreifen der Einsatzkräfte folgte. In einigen Fällen hätte die Polizei es gegenüber den Betroffenen sogar abgelehnt, eine Anzeige aufzunehmen.
Solange die Polizeidirektion Leipzig nicht „ihrer normalen Ausübung der Staatsgewalt“ nachkomme, wolle man nun die live-Berichterstattung mit Videos, Fotos und Texten von den LEGIDA-Aufmärschen einstellen.

Auch Cornelia Haß, Bundesgeschäftsführerin der dju in ver.di, bezeichnete die Vorfälle in ihrer heutigen Pressemitteilung als „beschämende, nicht hinnehmbare Kapitulation der staatlichen Einsatzkräfte vor Einschüchterung und Gewaltbereitschaft durch Demonstranten“. Sollten Polizeipräsidenten und Innenminister nicht ihrer Aufgabe nachkommen, eine ungehinderte Berichterstattung sicherzustellen, drohe eine weitere massive Ausweitung der Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten.

nach oben

weiterlesen

Mehr Sichtbarkeit für Frauen beim SWR

Der Südwestrundfunk (SWR) will den Frauenanteil in Radio, Fernsehen und Internet erhöhen und Frauen in allen Programmen sichtbarer machen. Daher stellt sich der Sender als erste Landesrundfunkanstalt der ARD der sogenannten 50:50-Challenge. Nach dem Vorbild der britischen BBC sollen alle Redaktionen ein Jahr lang freiwillig auf ein möglichst ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in ihrem Programm achten. Das Mitmachen in den Redaktionen ist freiwillig.
mehr »

Sie haben Post! – Ein neuer Newsletter

Altbacken, langweilig und viel zu viele: Newsletter galten lange Zeit als überholt. Doch das hat sich geändert. Aus den USA kommt der Trend, dass auch einzelne Journalistinnen und Journalisten ihre Inhalte im Abo direkt an ihre zahlende Leserschaft ausschließlich mailen. Sie stehen weder im Netz noch in gedruckten Medien. Wer Insider-Infos für zahlungsbereite Kundschaft liefert, kann damit sogar Geld verdienen. Einfach ist das allerdings nicht.
mehr »

Neuer Tarifvertrag für Filmschaffende

Nach fünfmonatigen Verhandlungen gibt es einen Tarifabschluss für die rund 25.000 Filmschaffenden in Deutschland, der ab September gilt. Die ver.di FilmUnion erreichte gemeinsam mit der Schauspielgewerkschaft BFFS in Verhandlungen mit der Produzentenallianz Verbesserungen bei Arbeitszeiten, Freizeitphasen während der Dreharbeiten, Zuschlägen am Wochenende und bessere Bedingungen für Arbeitsverträge von Schauspieler*innen. Außerdem soll ab September über die Erhöhung der Gagen verhandelt werden.
mehr »

Filmtipp: Hinter den Schlagzeilen

Am 5. Mai 2021 startet das 36. DokFest München mit „Hinter den Schlagzeilen“, einem Film über die Arbeit zweier Investigativ-Journalisten der Süddeutschen Zeitung (SZ). Ihnen wurde 2019 das „Ibiza-Video“ zugespielt, das nach seiner Veröffentlichung den österreichischen FPÖ-Vizekanzler zu Fall brachte. Daniel Sagers Dokumentarfilm fängt die aufwändigen Recherchen in der SZ-Redaktion ein und macht so deutlich, wie wichtig seriöser Journalismus in Zeiten von Fake News und Social Media ist.
mehr »