Paralleluniversum

Große Resonanz auf Publikationen mit klar rechten und AfD-nahen Positionen

Medien wie die „Junge Freiheit“, „Compact“ oder der Blog „Politically Incorrect“ positionieren sich klar rechts und AfD-nah. Weniger bekannt sind Websites wie „Sputnik“, „eigentümlich frei“ oder „Blaue Narzisse“. In den sozialen Medien stoßen sie oft auf beachtliche Resonanz. Auf den ersten Blick harmlos, entpuppen auch sie sich beim näheren Hinsehen als ideologisch mehr oder weniger AfD-affine Publika­tionen. Als Teile eines „rechten Paralleluniversums“ (Meedia) und Filterblase reaktionärer Verschwörungstheorien.

„Die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten Frankreichs ist ein weiteres Zeichen für die herrschende Kultur des Todes“. Eine absurd anmutende These, enthalten in einem Meinungsartikel des Online-Magazins „Blaue Narzisse“. Das private Verhältnis Macrons zu seiner älteren Frau nimmt der Autor zum Anlass, am Beispiel der „Karrieremenschen“ Merkel und Macron den bevorstehenden Untergang des Abendlandes an die Wand zu malen: „Diese Kinderlosen wollen ja bekanntlich unsere Völker durch kinderreiche Fremdvölker aus der Dritten Welt ersetzen.“ Ein weiterer Text geißelt „Die Pauschalisierungen der Linken“ und lobt die „Deutschland zuerst“-Strategie der AfD, „unsere mit viel Mut und Blutvergießen erkämpften Werte, standhaft gegen Widerstände und falsch verstandene Toleranz zu verteidigen“. Die „Blaue Narzisse“ erscheint seit 2004 auch als Print-Schülerzeitung – Untertitel: „Magazin für Jugend, Identität und Kultur“. Herausgeber ist ein „Verein Journalismus und Jugendkultur Chemnitz“. Nach Angaben von Chefredakteur Felix Menzel erreicht das Online-Magazin über die sozialen Netzwerke bis zu 100.000 Leser. Das Spektrum der Interviewpartner geht von Henryk M. Broder bis hin zu Björn Höcke.

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Presseauskunftsgesetz auf der Agenda

M | Was betrachten Sie als wichtigste medienpolitische Leistung der Großen Koalition in der ablaufenden Legislaturperiode? Martin Dörmann | Die wichtigste Leistung war die finanzielle und damit programmliche Stärkung unseres Auslandssenders Deutsche Welle. Sie stellt auch in Diktaturen einen Zugang zu unabhängigen Informationen sicher. Das ist in der heutigen Zeit, in der Fake News, Propaganda und die Verfolgung von Journalisten zunehmen, von enormer Bedeutung. In Sachen Digitalisierung wurden zwar Fortschritte erzielt, allerdings – wie viele Experten monieren – auf Basis der wenig zukunftsträchtigen Kupfertechnologie. Halten Sie diese Kritik für berechtigt? Das…
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Abschied von Ulrich Janssen

Die dju in ver.di hat in diesem Frühjahr einen schmerzlichen Verlust erlitten. In der Nacht zum 31. März wurde Ulrich Janßen, Vorsitzender der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di und Vorsitzender des Bundesvorstands des Fachbereichs Medien, Kunst und Industrie nach schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren in Berlin aus dem Leben gerissen. Er wird uns unendlich fehlen.
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Schon entdeckt? Oxi und oxiblog.de

„Ein ‘Nein’ fehlt meist in der Berichterstattung zu ökonomischen Themen.” Diese Beobachtung hält der Publizist Wolfgang Storz, ehe­maliger Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, im Editorial seiner neuesten Zeitung fest. Die heißt Oxi, griechisch für „Nein”, und ist seit dem 10. Mai an Kiosken zu haben. Im Juli 2015 hatte Griechenland bei der Volksbefragung zu den auf­gezwungenen Sparmaßnahmen mehrheitlich „oxi” (sprich: „ochi”) gesagt. In diesem Geist soll nun eine neue Zeitung gemacht werden. Dazu gibt es das Oxiblog, mit täglich einem neuen Artikel.
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Nachwuchssorgen bei Lokalzeitungen

„Irgendwas mit Medien“ war lange ein Wahlspruch von Abiturienten. Ziemlich ungenau und oft mit illusorischen Vorstellungen behaftet. Fragen wir genauer: „Irgendwas mit Zeitung“, wie sieht es damit heute aus? Offenbar nicht nur rosig. Die Initiative Qualität im Journalismus, in der auch die dju in ver.di mitarbeitet, veranstaltet Ausbildungskonferenzen zum Thema „Die Besten gewinnen“. Die nächste Konferenz am 15. September in Bonn widmet sich ganz dem Thema Volontariat. Im Umfeld der Jahrestagung des Verbands Deutscher Lokalzeitungen (VDL) im Frühjahr in Berlin war mehrfach von Nachwuchssorgen bei Lokalzeitungen zu hören. M fragt nach und macht einige Stichproben.
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