Proteste beim Berliner Tagesspiegel

aktive mittagspause, organisiert von dju in ver.di und jvbb im djv zur durchsetzung einer inflationsausgleichsprämie. Foto: Christian von Polentz

Mit Schildern wie „Tarifverträge einhalten“ haben sich am 20. Februar mehr als 100 Beschäftigte des Berliner Tagesspiegels vor dem Verlagsgebäude an einer aktiven Mittagspause beteiligt und damit klar gemacht: So nicht! Erst Ende 2022 hatten ver.di und DJV/jvbb nach zähen Verhandlungen und Protesten von Verlagsangestellten und Redakteur*innen mit der Geschäftsführung einen Haustarifvertrag abgeschlossen.

Der Haustarifvertrag sieht ab 2023 die Anwendung der jeweils geltenden Gehalts- und Manteltarifverträge, verbunden mit einer stufenweisen Anhebung der Gehälter auf 100 Prozent für beide Beschäftigtengruppen vor. Bei den Redakteur*innen werden die Flächentarifverträge für Tageszeitungen, bei den Verlagsanstellten die Regionaltarifverträge aus Nordrhein-Westfalen (NRW) angewandt.

Anfang des Jahres hatte die Geschäftsführung die Zahlung der im Flächentarifvertrag für Tageszeitungen ausgehandelten Inflationsausgleichsprämie (IPA) von 1800 Euro für Redakteur*innen abgelehnt. Das Gegenangebot der Arbeitgeberseite war inakzeptabel, es hätte vorgesehen, die Tarifanpassungen für alle Beschäftigten ein Jahr auszusetzen und die Hälfte der IPA an alle zu zahlen. Das hatte die gemeinsame Tarifkommission aus ver.di und DJV strikt abgelehnt. Weitere Verhandlungen blieben ergebnislos. Daraufhin hatten die Gewerkschaften die Verhandlungen abgebrochen und zu der gemeinsamen Protestaktion aufgerufen.

„Keine Tageszeitung ohne uns“

Renate Gensch, Landesvorsitzende der ver.di-Fachgruppe Medien, Journalismus und Film Berlin-Brandenburg: „Ende April läuft der Gehaltstarifvertrag für die Verlagsangestellten NRW aus. Wir gehen davon aus, dass dort sowohl lineare Erhöhungen als auch die Inflationsausgleichprämie Verhandlungsbestandteile sein werden. Nach dem jetzigen Verhalten der Geschäftsführung ist zu befürchten, dass sie auch hier versucht, den vereinbarten Haustarifvertrag in diesem Punkt nicht einzuhalten. Deshalb haben beide Beschäftigtengruppen und Gewerkschaften ein eindeutiges solidarisches Zeichen mit dieser Aktion gesetzt.“

„Keine Tageszeitung ohne uns“ und „Tarifvertrag einhalten“ skandierten die Verlagsangestellten und Redakteur*innen und diskutierten bei Laugenstangen und Blutmandarinen in der aktiven Mittagspause am Askanischen Platz vor dem Verlagsgebäude. Zumindest die vereinbarte tarifliche Anpassung der Gehälter wurde nun doch mit dem Januargehalt an alle Beschäftigten ausgezahlt.

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