Schnittstellen im zehnten Jahr

LiMA – Medien neu denken und neu Gedachtes ausprobieren

In diesem Jahr heißt das Zauberwort „Schnittstellen“, zu englisch „interfaces“. Die Linke Akademie für Journalismus, Bürgermedien, Öffentlichkeitsarbeit und Medienkompetenz – kurz LiMA – findet zum neunten Mal statt. Erstmals in den Häusern der Technischen Universität Berlin und der Universität der Künste, also zentral, mittendrin, anregend.

Schnittstellen - Lima 2012
Schnittstellen – Lima 2012

Seit die LiMA auf Erfolgskurs ist, neigen die Veranstalter ein wenig dazu, den Zahlen die größte Beweiskraft zu unterstellen: Über 200 Podiumsdiskussionen, Werkstätten, Workshops, Kurse, Trainings, mehr als 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und über 100 Dozentinnen und Dozentinnen sollen es werden. Der Stolz und die Freude über diese beachtliche Vorab-Bilanz lässt sich verstehen, wenn man sich an die erste Medienakademie im Jahr 2002 erinnert, zu der gerade mal zwölf Menschen kamen. Das gleicht schon fast einer Tellerwäscher-Geschichte, wenn bei einem aufklärerischen Projekt wie diesem ein solcher Vergleich gestattet ist.
Der Titel LiMA ist immer Programm – so auch in diesem Jahr. Er baut auf die These, dass nur an Schnittstellen echter Dialog entsteht, nur Schnittstellen es vermögen, das vermeintlich Gegensätzliche zu verbinden und echte Lösungen hervorzubringen. Als Arbeitsgrundlage ist das tauglich.
In gewisser Weise ist die LiMA von Beginn an selbst eine Schnittstelle – versucht sie doch Medienschaffende, die sich in dieser Gesellschaft im großen und weiten Sinn links verorten, zu vernetzen und zugleich die analoge mit der digitalen Welt zu verbinden. Das Miteinander des Verschiedenen kann auf dem Kongress und zwischen den Kongressen auf den zahlreichen regionalen Veranstaltungen der LiMA geübt werden. Das Internet hat dabei eine besondere Rolle inne: Nicht nur, weil es dem Begriff Kollaboration nach und nach seine negative Bedeutung stiehlt, indem es als Plattform die Kollaboration zur Handlungsmaxime erhebt. Sondern auch, weil es als freier Raum der Meinungs- und Willensbildung Möglichkeiten eröffnet, Medien neu zu denken und neu Gedachtes auszuprobieren.
Betrachtet man die LiMA als Gesamtkonferenz, entwickelten sich in den letzten Jahren große Subkonferenzen dazu: LiMAcampus, LiMAdigital und LiMAunioncamp. Alle drei sind Angebote zum Diskutieren, Lernen, Vernetzen.
Das unioncamp bietet zum dritten Mal aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern die Möglichkeit, in Workshops, Seminaren und Werkstätten zu lernen, wie man sich vernetzt, moderne Medien für Gewerkschaftsarbeit nutzt und gewerkschaftliches Engagement qualifiziert. ver.di und die Mitgliederzeitungen „ver.di PUBLIK“ und „M – Menschen Machen Medien“ sind wieder Partner der LiMA.


nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ver.di: KSK-Novelle bringt mehr Sicherheit

ver.di hat die vom Deutschen Bundestag beschlossenen Anpassungen im Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) begrüßt, die am 1. Dezember im Rahmen einer umfassenden Novelle des Vierten Buches im Sozialgesetzbuch verabschiedet wurden. Es sei ein wichtiger Schritt zu mehr Fairness, dass über die Künstlersozialkasse versichert bleiben soll, wer im Hauptberuf künstlerisch oder publizistisch tätig ist, heißt es in einer Pressemitteilung.
mehr »

Umfrage: SoloS sollten mehr über Geld reden

7250 Honorardatensätze zeigen: Solo-Selbstständigkeit ist überwiegend „kein faires Geschäftsmodell“. Trotz hoher fachlicher Qualifikation und langjähriger Berufserfahrung würden Kreative nicht leistungsgerecht entlohnt. Zu diesem nicht überraschenden, doch ernüchternden Fazit kam eine Podiumsrunde im Leipziger Haus der Selbstständigen bei der Auswertung einer branchenübergreifenden Honorarumfrage, der sich 54 Gewerkschaften, Berufsverbände und Interessenvertretungen Solo-Selbstständiger anschlossen.
mehr »

Gambia: Viele Aufgaben trotz Fortschritten

Eine Delegation von Reporter ohne Grenzen (RSF) unter der Leitung von Generalsekretär Christophe Deloire hat Ende November in Gambia mit Präsident Adama Barrow die großen Fortschritte, aber auch die Defizite seines Landes in Bezug auf die Pressefreiheit diskutiert. Seit dem Sturz von Diktator Yahya Jammeh im Jahr 2017 hätten sich die Arbeitsbedingungen für Medienschaffende in dem westafrikanischen Land deutlich verbessert, heißt es in einer RSF-Pressemitteilung. Hoffnung mache zudem, dass der Mord am RSF-Korrespondenten Deyda Hydara im Dezember 2004 in Gambia aktuell vor einem deutschen Gericht aufgearbeitet wird.
mehr »

Wie Journalismus durch Krisen helfen kann

Klima, Corona, Krieg in der Ukraine – angesichts der vielen Krisen interessiert sich das Medienpublikum immer weniger für Nachrichten, denn diese machen mit ihren Negativschlagzeilen mutlos und zeigen kaum Handlungsoptionen. Der Druck auf Journalist*innen wächst, ihre Berichterstattung stärker auf die Bedürfnisse der Menschen auszurichten. Wie konstruktiver Journalismus dazu beitragen kann, diskutierten Wissenschaftler*innen und Medienpraktiker*innen auf einer Fachtagung von NDR Info und Hamburg Media School.
mehr »