Sparkx: Empowerment für Medienfrauen

In Berlin hat das Erich Pommer Institut (EPI) das erste Leadership-Programm für Frauen in Medienunternehmen gestartet: sparkx. Es soll seinem Namen gerecht werden und nicht nur den Funken in den Unternehmen versprühen, sondern auch in der Gesellschaft ein Umdenken bewirken, so EPI-Geschäftsführerin Nadja Radojevic während der Auftaktveranstaltung. Medienunternehmen können sich noch bis zum 28. April für das Programm bewerben.

22 Prozent beträgt der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der deutschen Medienbranche laut dem Bericht des European Institute for Gender Equality (EIGE) von 2014 – und liegt damit weit unter dem branchenübergreifenden Durchschnitt, der 2015 nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei 29% lag. Ein gewichtiger Grund für das Erich Pommer Institut, einer der führenden Weiterbildungsanbieter in der deutschen und europäischen Medienlandschaft, das Programm sparkx ins Leben zu rufen. Mit dem Leadership-Programm für Frauen in Medienunternehmen sollen die Aufstiegs- und Karrierechancen von Frauen im mittleren Management nachhaltig verbessert sowie gleichzeitig deren Potenzial für die Unternehmen nutzbar gemacht werden.

Für das Programm bewerben können sich Unternehmen aus den Bereichen Film, Fernsehen, Radio, Verlage, IT, Games und Musik. Doch richtet sich das Führungskräfte-Programm für Frauen in Medienunternehmen, anders als der Name es vermuten lässt, nicht nur an Frauen, sondern auch an Personalverantwortliche, Männer eingeschlossen, die im sparkx-Konzept in Gleichstellungsmanagement geschult werden sollen. Im besten Fall bewerben sich die Unternehmen demnach mit einer Frau aus dem mittleren Management und einem Personaler oder einer Personalerin. Die Teilnahme nur einer Frau oder nur des/der Personalverantwortlichen ist zwar möglich, Bewerbungen mit Beteiligung beider haben allerdings Vorrang: „sparkx ist das erste Programm der Medienbranche, das gleichzeitig Frauen Führungs-Skills vermittelt und Unternehmen im Bereich Gleichstellungsmanagement schult. Der Benefit liegt also auf beiden Seiten. Unternehmen profitieren durch den nachhaltigen Wissenstransfer und die entstehenden Wettbewerbsvorteile“, kommentierte die Geschäftsführerin und Direktorin Weiterbildung des EPI, Nadja Radojevic, dazu anlässlich des sparkx-Launches am 28. Februar 2017.

Die Teilnehmerinnen werden in drei jeweils dreitägigen Workshops in Persönlichkeit, Positionierung und Profil, Führung und Motivation sowie in Verhandlung, Auftritt und Präsentation geschult. Außerdem erhalten sie insgesamt sechs Einzelcoachings à 1,5 Stunden, in denen individuelle Karrierethemen vertieft werden sollen. Für die Personalverantwortlichen besteht das sparkx-Programm dagegen in dem zweitätigen Workshop „Modernes Gleichstellungsmanagement für erfolgreiche Medienunternehmen“ sowie vier einstündigen Coachings, in denen die im Workshop relevanten Themen auf die konkreten Unternehmensstrukturen übertragen werden. Geleitet werden die sparkx-Seminare von fünf erfahrenen Trainerinnen: Die Wirtschaftsmediatorin und Fachanwältin für Medien- und Urheberrecht Ama Walton, seit 2015 Geschäftsführerin der Constantin Music GmbH. Die Expertin für Führungskräfteentwicklung und –stärkung Astrid Preuss, seit 2015 im erweiterten Vorstand bei der Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) für die Region Berlin/Ost. Brigitte Ehmann ehemalige Leiterin Personal DACH der Vorstandsbereiche Sales und New Media. Die ausgebildete Kommunikationstrainerin und Beraterin Delia Geyer. Und Monika Schubert, Film und Business Expertin für Persönlichkeit und Ausstrahlung, zu deren Reeferenzen Firmenkunden wie die Deutsche Fim- und Fernsehakademie oder der SWR und Schauspieler_innen wie Alexander Fehling, Brigitte Zeh, Annika Ernst oder Oliver Bender gehören.

Zum sparkx-Konzept gehören neben Workshops und Coachings aber auch Informations- und Networking-Veranstaltungen wie etwa der sparkx Salon, die öffentliche Auftaktveranstaltung des Programms am 03. April in Berlin. Etwa 170 Besucher_innen waren der Einladung des EPI in den Grünen Salon am Rosa-Luxemburg-Platz gefolgt. Für 2019 ist außerdem eine Fachkonferenz geplant, so Marijana Harder, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Erich Pommer Institut.

Gefördert wird das sparkx-Programm übrigens durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds. Allein deshalb werden die vergleichsweise geringen Teilnahmegebühren von 990 Euro für kleine und Kleinstunternehmen, 1200 Euro für mittlere Unternehmen und 1800 Euro für große Unternehmen ermöglicht. Sparkx-Kooperationspartner sind der Bundesverband Musikindustrie, media.net berlinbrandenburg, ver.di und Women in Film and Television (WIFT) Germany

Unternehmen, die sich noch bewerben wollen, sollten sich allerdings beeilen. Die Frist endet am 28. April 2017. Bisher haben sich bereits mehr als 20 Firmen aus unterschiedlichen Teilbranchen auf die 15 Plätze beworben, verrät Harder.

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