Editorial: Gemeinsam mitmischen

Man kann die Dinge laufen lassen oder aber sich einmischen – mitbestimmen, wohin die Reise geht. MITbestimmen impliziert, es gemeinsam zu tun. Es ist das Gemeinsame, das die Stärke von ver.di ausmacht. Wie ein roter Faden zog sich dieser Gedanke durch den 5. Ordentlichen Bundeskongress.

Sei es im Rückblick, als Frank Bsirske betonte, dass die Erfolge in den Tarifkämpfen nur gemeinsam erreicht werden konnten. Sei es beim Ausblick auf das weitere Engagement der Gewerkschaft für einen sozial-gerechten Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft, als der frisch gewählte ver.di-Bundesvorsitzende Frank Werneke den Delegierten zurief: „Das machen wir gemeinsam, denn wir sind zukunftsgerecht“. Sei es in den zahlreichen Diskussionsbeiträgen der ver.di-Aktiven in Leipzig! (S. 22 bis 25)

Mitbestimmung als Herz der Demokratie birgt zahlreiche Chancen des Mittuns in der Arbeitswelt, in Politik und Gesellschaft in sich. ver.di kann dafür Plattform und Klammer sein. M Menschen Machen Medien 3/2019 hat mit dem Arbeitsrechtsexperten Helmut Platow über das Betriebsverfassungsgesetz – Bewährtes und Defizite – gesprochen (S. 10/11). Die Gestaltungsmöglichkeiten von Betriebs-und Personalräten im Zuge der Digitalisierung etwa bei der Einführung neuer Software im Unternehmen zeigt das Beispiel Microsoft mit „Office 365“ im Rundfunk (S. 12 bis 14). Zum Wandel der Arbeitswelt gehört, dass zunehmend Selbstständige beschäftigt werden. Das gilt in hohem Maße für Medienbetriebe. Im Rundfunk geht ohne Freie nix und auch in den Verlagen gäbe es „weiße Flecken“, gleich ob Print oder Online. Mitbestimmen dürfen Freie häufig nur eingeschränkt, obwohl es auch um ihre Arbeitsbedingungen geht (S.15 bis 17). Die Fachgruppe Medien und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di vertreten die Berufsinteressen ihrer Mitglieder und beteiligen sich aktiv, wenn es um die medien- und die gesellschaftspolitische Entwicklung unseres Landes geht. Über das Wie und Warum sprach M mit ihren Vorsitzenden Manfred Kloiber und Tina Groll (S. 20/21).

Geschlossenheit wurde in Leipzig zum Thema Klimawandel demonstriert. Lebhafter Befall brandete auf, als Frank Werneke das Klimapaket der Regierung als „klare Enttäuschung“ anprangerte. Die Kriminalisierung der Seenotrettung gehöre abgeschafft, war eine Forderung des Kongresses. Wie notwendig das ist, zeigt in dieser M ein Bericht über die Rettung von mehr als 100 Geflüchteten vor Sizilien, dokumentiert durch einen freien Fotografen (S. 26/27).

 

Und wenn zum ersten Mal 3.000 Beschäftigte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gemeinsam streiken, entfalten sie Kraft für berechtigte Tarifforderungen und damit für die Bedingungen, ein Programm mit hoher Qualität zu produzieren (S. 30/31). Wie die Tarifrunde weiter geht und mit welchen Ergebnissen, kann auf M Online und auf rundfunk.verdi.de verfolgt werden.

 

Karin Wenk, verantwortliche Redakteurin

 

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