Editorial: Mehr Licht und Wärme überall!

Karikatur: Kostas Koufogiorgos

Die ersten Kerzen sind angezündet, bald werden es vier sein im Adventsgesteck. Sie spenden Licht und Wärme in den Zimmern, die bei vielen in diesem Jahr etwas kühler gehalten werden. Nicht we­nige treibt die Sorge um, ob und wie sie mit den allseits gestiegenen Kosten klarkommen sollen. Dennoch gehen meine Gedanken im Kerzenschein in die Ukraine, an von Putins Raketen zerstörte Städte, Menschen auf der Flucht, Häuser und Straßen ohne Strom bei bitterer Kälte … Auf dem Wunschzettel an erster Stelle steht deshalb: Frieden in dem Land mit der blaugelben Flagge.

Aber auch hierzulande bleiben angesichts der ungleichen Verteilung von Vermögen und Einkommen, zu geringer Wertschätzung von Arbeit bis hin zu ungenügenden Anstrengungen, das Klima zu retten, viele Wünsche offen. M fokussiert sich in der aktuellen Ausgabe 4/2022 auf die Selbstständigen in der Medien­branche als wesentlichen Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland. Mehrheitlich sind es Solo-Selbstständige. Und obwohl die Kultur- und Kreativwirtschaft bereits 2019 mit einer Wertschöpfung von 106,4 Mrd. Euro und 3,1 Prozent Anteil am Bruttoinlandsprodukt viele wichtige Branchen überflügelte, „blieben ihre Protagonisten öffentlich fast versteckte Wesen“, schreibt Helma Nehrlich. Das habe sich erst mit Corona geändert. Und es sei vor allem auch ver.di zu danken, „dass „Solo-Selbstständige“ nun zum Allgemeinwortschatz gehören dürften“. Es bleibt der große Wunsch – die Forderung, dass die Politik angesichts bürokratischer und teils widersprüchlicher Corona-Hilfen, aktueller Energiekosten und Infla­tionsausgleich den Blick auf die SoloS in Zukunft weitet. Es gibt viel zu tun, um die Benachteiligung ge­genüber Angestellten zu beseitigen und ihre soziale Absicherung zu stärken. (S. 6 bis S. 16)

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, philosophierte einst Hermann Hesse. Schauen wir also mit Zu­versicht auf das neue Jahr und lassen nicht nach in unseren Forderungen und Aktivitäten für eine noch bessere Gesellschaft. 2023 wird auch innerhalb der Organisation ein anspruchsvolles Jahr, für ver.di, also auch für die Fachgruppe „Medien, Journalismus und Film“. Delegierte Mitglieder treffen sich ab Ende

Januar zu ihren Konferenzen, um die veränderten Strukturen festzuzurren, neue Gremien zu wählen und den Gewerkschaftstag vorzubereiten. Er wird im September in Berlin stattfinden.

Die M-Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern eine ruhige Zeit bis zum Jahresende, um Kraft zu tanken für den Start ins neue Jahr.

Karin Wenk, verantwortliche Redakteurin

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