Aktion für Ademir Luna und Yaneth Montoya Martínez

Kolumbianischer Journalist und seine Frau, ebenfalls Journalistin, erhalten Morddrohungen

Nichts ahnend ging der Taxifahrer Fabián Correa am Morgen des 29. März seiner Arbeit nach, als zwei Männer einstiegen. Sie zwangen ihn, in eine Sackgasse zu biegen und drohten damit, ihn umzubringen. „Du bist doch Ademir Luna, oder?“, fragte der eine. Der Fahrer konnte die Männer nicht von der Verwechselung überzeugen. Sie schütteten Benzin über den Taxi-Chauffeur, schafften es aber glücklicherweise nicht, das Fahrzeug in Brand zu setzen. Unter weiteren Drohungen flüchteten sie schließlich.

Amnesty International
Amnesty International

Correa meldete den Überfall der Polizei. Das eigentliche Ziel des Anschlags war aber nicht er, sondern der Journalist Ademir Luna, der für die Nichtregierungsorganisation CREDHOS arbeitet, die für die Aufarbeitung von Menschenrechtsverstößen streitet.

Feste Stellen beschlossen

Sein Haus in Barracabermeja wird schon länger immer wieder von Unbekannten beschattet. Seine Frau, die Journalistin Yaneth Montoya Martínez, hatte im vergangenen November die Region verlassen müssen, nachdem sie telefonisch Morddrohungen von Angehörigen der paramilitärischen Gruppen erhielt. Ihre Stelle bei der Regonalzeitung „Vanguardia Liberal“ musste sie ebenfalls aufgeben, um ihr Leben zu retten.

In Barracabermeja kontrollieren paramilitärische Einheiten ganze Stadtteile. Ihre Verbände, die oft mit staatlichen Stellen zusammenarbeiten, sind im ganzen Land gefürchtet. Auch Journalisten werden immer wieder von ihnen bedroht und ermordet, vor allem wenn sie beschuldigt werden, die Guerilla zu unterstützen. Im seit Jahren unter einem Bürgerkrieg leidenden Kolumbien ist die Zahl der Gewalttaten gegen Medienschaffende extrem hoch.

Was können Sie tun?

Schreiben Sie an den kolumbianischen Präsidenten und fordern Sie ihn auf, die Sicherheit von Ademir Luna und Yaneth Montoya Martínez zu garantieren sowie die Drohungen gegen die Journalisten unabhängig untersuchen zu lassen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Schreiben Sie an:
Señor Presidente Álvaro Uribe Vélez
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7 – 26
Bogotá
KOLUMBIEN

Telefax: 00 57 – 1 – 342 05 92

Senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:
Kanzlei der Botschaft der Republik Kolumbien
I. E. Frau Dr. Victoriana Mejía-Marulanda
Kurfürstenstraße 84
10787 Berlin

Telefax:
030 – 26 39 61 25
E-Mail:

nach oben

weiterlesen

Neue Zeitung für Spanien auf Papier

Spanien hat eine neue Tageszeitung, online und auf Papier. Seit dem Nationalfeiertag, dem 12. Oktober, erscheint „El Periódico de España“. Das Team um Chefredakteur Fernando Garea will die Medienlandschaft aufmischen. „Wir brauchen einen Journalismus, der das heutige Spanien versteht“, sagt der erfahrene Journalist, der unter anderem die spanische Nachrichtenagentur EFE leitete. Er hat sich mit einer Mannschaft umgeben, die unter anderem bei der Konkurrenz, wie etwa dem Verlagshaus PRISA, Herausgeber der größten Tageszeitung Spaniens, der „El País“, abgeworben wurde.
mehr »

Türkei: Strafe wegen Satire nicht rechtens

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Türkei wegen Verletzung der Meinungsfreiheit verurteilt. Die Bestrafung eines Mannes wegen zweier satirisch-kritischer Facebook-Posts über Präsident Recep Tayyip Erdogan verstieß gegen die Meinungsfreiheit, urteilte der Gerichtshof am 19. Oktober in Straßburg. Die Türkei wird aufgefordert, das zugrundeliegende Gesetz zu ändern und dem Kläger 7.500 Euro Schadenersatz zu zahlen.
mehr »

Slowenien: Regierung dreht Geldhahn zu

Einschüchterung, Selbstzensur und ein Premierminister, der den Medien den Krieg erklärt hat. In Slowenien, das zurzeit turnusmäßig die EU-Ratspräsidentschaft innehat, will sich Janez Janša die Presse untertan machen. Der staatlichen Nachrichtenagentur STA drehte er den Geldhahn zu. Unterstützung erhält er dabei aus Ungarn. Doch der Slowenische Journalistenverband stellt sich dagegen und übt Solidarität mit Kolleg*innen.
mehr »

Facebook: Geheime Blacklist öffentlich

Facebook hat 968 Gruppen identifiziert, die sich als "militante soziale Bewegungen" klassifizieren lassen. Sie sind Teil einer größeren schwarzen Liste des Konzerns, auf der gefährliche Individuen und Organisationen stehen. Wer genau darauf zu finden ist, war bislang streng geheim. Doch die US-Non-Profit-Nachrichtenseite "The Intercept" hat nun die komplette interne Liste veröffentlicht und fordert vom Social-Media-Primus mehr Transparenz ein.
mehr »