Kritik an Musharraf

Sonderbehörde zur Überwachung der Medien

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat mit der Verhängung des Ausnahmezustands am 3. November auch die Medien verstärkt geknebelt. Das Informationsministerium schuf eine Sonderbehörde, die die führenden Presseorgane des Landes überwachen soll. Dem speziellen Blick der Regierung unterliegen auch die großen englischsprachigen Zeitungen des Landes, wie „The Dawn“ oder „The Daily Times“. Die Behörde soll sicherstellen, dass keine Berichte veröffentlicht werden, die „dem Präsidenten oder der Armee feindlich gesinnt“ sind. Damit ist der Zensur Tür und Tor geöffnet.

Auch wurden mehrere private TV-Sender geschlossen. Faktisch wurde so der Zugang zu allen nicht von der Regierung kontrollierten Informationen über das Fernsehen gesperrt. Bis Ende November konnten einige Stationen wieder unter Auflagen ans Netz gehen, aber „Ary TV“ und „Geo TV“ blieben verboten. Sie waren nicht bereit zuzusagen, dass sie keine regierungskritischen Beiträge mehr senden.
Die Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“ kritisiert, dass neue Verordnungen die Medien Pakistans um 20 Jahre zurückwerfen. Das verschärfte Mediengesetz sieht unter anderem vor, dass „nachteilige“ Kommentare zur Ideologie, Sicherheit oder Souveränität Pakistans unter Strafe gestellt werden. Journalisten ist es zudem verboten, Berichte zu veröffentlichen, „die jeder Grundlage entbehren oder von vornherein falsch sein könnten“. Wer trotz dieser schwammigen Regeln die Meinungsfreiheit hochhält, riskiert als Medienbesitzer im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft und Geldstrafen von umgerechnet 115.000 Euro.


nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Katapult MV: Die Stimme für den Norden

Die kleine Redaktion von Katapult MV stellt im Flächenland mit 1,57 Millionen Einwohner*innen mit einer monatlichen Zeitung und aktuellen Online-Beiträgen ein Gegengewicht in der Berichterstattung dar. Wir sprachen mit Chefredakteur Patrick Hinz über Lokaljournalismus, die anstehenden Landtagswahlen und den journalistischen Umgang mit der AfD.
mehr »

Weltweite Solidarität mit der Deutschen Welle

Journalistengewerkschaften und -verbände aus der ganzen Welt haben beim Jubiläumskongress der International Federation of Journalists (IFJ) in Paris ihre Solidarität mit den Beschäftigten der Deutschen Welle erklärt und Bundeskanzler Merz, Kulturstaatsminister Weimer, den Deutschen Bundestag und den Rundfunkrat der DW aufgefordert das Sparprogramm zu stoppen.
mehr »

Berichten wo es ungemütlich ist

In autoritär regierten Staaten geraten auch ausländische Medienschaffende zunehmend unter Druck: Einreiseverbote, die Verweigerung von Visa und andere Repressionen erschweren die Arbeit von Korrespondent*innen. In vielen Fällen bleibt ihnen nur noch die Berichterstattung aus dem Ausland ohne direkten Zugang zum Land selbst.
mehr »

Springer baut Stellen in Polen ab

Der Europäische Journalistenverband (EFJ) fordert gemeinsam mit der dju in ver.di und den Journalistenverbänden aus Polen und der Schweiz den deutschen Springer-Konzern und den Schweizer Verlag Ringier auf, ihre Pläne zum Stellenabbau bei ihrem polnischen Gemeinschaftsunternehmen Ringier Axel Springer Polska (RASP) aufzugeben.
mehr »