Standards der Presse- und Informationsfreiheit sichern und ausbauen

„In den meisten Ländern der Welt ist eine Waffe leichter zu bekommen als eine glaubwürdige Nachricht! Alle Verantwortlichen sind aufgerufen, diesen unwürdigen und zugleich bedrohlichen Zustand zu beenden“, forderte Manfred Protze, Vorsitzender der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di – aus Anlass des Internationalen Tages der Pressefreiheit am 3. Mai.

Die Unterentwicklung der Meinungs- und Pressefreiheit weltweit könne allerdings kein Anlass sein, im eigenen Land die Hände in den Schoß zu legen, so Protze. Bisher erreichte zivilgesellschaftliche Standards der Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit müssten gesichert und ausgebaut werden, heißt es in einer Pressemitteilung der dju zum 3.Mai.

Die Sicherung des Zeugnisverweigerungsrechts für Journalisten in Deutschland und die Ausdehnung dieses Rechts auch auf selbst recherchiertes Material sind ein wichtiges Signal für diese Entwicklung gewesen. Mit geplanten Einschränkungen für die zeitgeschichtliche Berichterstattung im Zusammenhang mit der Novellierung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes drohe dagegen ein Rückschritt. Das öffentliche Gedächtnis darf nicht manipuliert und nicht partiell gelöscht werden, fordert die dju.

Mit Blick auf den 11. September und seine Folgen hält die dju fest: Eine Anpassung nach unten darf es bei der Entwicklung demokratischer Freiheiten und Standards nicht geben. Eine solche Abwärtsspirale wäre verhängnisvoll für alle Zivilgesellschaften und ein später Sieg von Terroristen, gleich welcher Couleur.

Die dju fordert das Europäische Parlament und die Brüsseler EU-Kommission auf, für den Beitritt neuer EU-Mitglieder nicht nur administrative, wirtschaftliche und soziale Mindeststandards zur Bedingung zu machen. Auch die Gewährleistung von Meinungsfreiheit und Pressefreiheit müssen gleichgewichtige Kriterien für eine Mitgliedschaft sein.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

DW: Mehr Protest gegen Kürzungen

Nun hat auch der Fachbeirat der Deutsche Welle Educational Programs (DW Deutsch lernen) laut dwdl.de in einer Stellungnahme die geplanten Kürzungen im Deutsch-Angebot des Auslandssenders kritisiert und vor massiven Schäden für den Sender gewarnt. Die DW hatte angekündigt, das Budget halbieren zu wollen, was zu großen Protesten geführt hatte.
mehr »

Medien-Appell: „Lasst uns nach Gaza“

In einem offenen Brief an die israelischen Behörden, unterschrieben von etwa 30 Medienvertreter*innen, darunter von „Le Monde“, fordert die International Press Association erneut den Zugang von Journalist*innen zur palästinensischen Enklave, die seit dem 7. Oktober 2023 geschlossen ist, sowie deren Schutz im Gazastreifen.
mehr »

Was bringt der Pressekodex?

Eine Anwältin wird in einer Boulevardzeitung identifizierend an den Pranger gestellt – obwohl sie nichts Unrechtes getan hat. Die Folge: Bedrohungen, eine rechtsextreme Kundgebung vor ihrer Kanzlei, Polizeischutz. Der Deutsche Presserat spricht Monate später eine Rüge aus. Der Schaden ist aber angerichtet.
mehr »

dju kritisiert Verfahrenseinstellung

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert die Verfahrenseinstellung durch die Staatsanwaltschaft Halle im Zusammenhang mit Angriffen auf Journalist*innen und Begleitschützer. Der Vorfall ereignete sich am Rande der sogenannten Winterakademie des Rechtsextremisten Götz Kubitschek in Schnellroda (Sachsen-Anhalt).
mehr »