Vorwurf: Verschwörung

In der Türkei wurde kürzlich der 86jährige Mitherausgeber der Tageszeitung Cumhuriyet, Ilhan Selcuk, „wie in Zeiten des Militärputsches“ mitten in der Nacht in Haft genommen. Ilhan Selcuk und elf weiteren Festgenommenen wird eine Zusammenarbeit mit der Verschwörergruppe „Energekon“ vorgeworfen.Ihm wurde zunächst jeder Kontakt mit einem Anwalt verboten. Für eine ganze Generation gilt Ilhan Selcuk als Leitbild eines Publizisten, der sein Leben lang trotz Folter und Gefängnis für einen freien Journalismus gekämpft hat. Derzeit liegt Ilhan Selcuk, ein Bruder des Karikaturisten Turhan Selcuk, nach schwerer Herzoperation in einem Krankenhaus.

Kai Schade 
nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Große Aufgaben, kleines Budget

Als ab Mitte der 1980er-Jahre der Privatfunk auf Sendung ging, markierte das einen großen Umbruch im deutschen Mediensystem. Um die neuen Anbieter zuzulassen und zu beaufsichtigen, wurden Landesmedienanstalten als staatsferne Instanzen gegründet. Doch sie bekommen weniger Geld, als ihnen zusteht.
mehr »

Buchtipp: Klassismus im Journalismus

Journalismus und Medien prägen unseren Blick auf die Welt und auf gesellschaftliche Entwicklungen, die wir ohne diese Vermittlungsleistung von außen vielfach nicht wahrnehmen würden. Daraus erwächst eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, die auch mit Klassenverhältnissen und Herkunft zu tun hat.
mehr »

Medientage München: Own it!

Die Medientage München 2026 setzten die Debatten des Vorjahres über Künstliche Intelligenz, ihren Einsatz in den Medien sowie eine Regulierung der großen digitalen Plattformen fort - unter dem Motto "Own it!". Bei der Eröffnung sprach die Philosophie-Professorin Annette Zimmermann über KI und wie sie die Gesellschaft zum einseitigen Vorteil der großen Anbieter verändert.
mehr »

AfD speicherte Journalistendaten

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di warnt nach dem Datenskandal bei der AfD vor Doxxing gegen Journalist*innen und fordert, sie im Gesetz gegen digitale Gewalt ausdrücklich als besonders gefährdete Berufsgruppe zu schützen.
mehr »