Weiterer Sieg für US-Autoren – E-Book-Rechte nicht übertragen

Kurz nach dem Urteil im Musterprozess „Tasini vs. The New York Times“ (siehe M 8-9/2001), in dem höchstrichterlich entschieden wurde, dass Zeitungen und Zeitschriften die Texte von Freelancern in digitalen Medien wie Datenbanken, Internet oder CD-ROMs nur mit deren Zustimmung veröffentlichen dürfen, haben die US-Autoren einen weiteren juristischen Erfolg errungen.In diesem Fall wollte die Bertelsmann-Tochter Random House dem kleinen New Yorker Verlag Rosetta Books untersagen lassen, E-Books von Werken von Autoren zu veröffentlichen, die bereits bei dem US-Verlagsriesen – vor Jahrzehnten – als Bücher erschienen waren. Rosetta Books – im Prozess unterstützt unter anderem vom US-Schriftstellerverband Authors‘ Guild – hatte die Nutzungsrechte für E-Books zuvor von den Autoren (zum Beispiel „Slaughterhouse-Five“ von Kurt Vonnegut) erworben und den E-Book-Verkauf am 26. Februar 2001 gestartet.

Random House argumentierte, E-Books seien keine eigene Nutzungsart, sondern lediglich eine andere Buchform, weshalb dem Verlag auch die E-Book-Rechte aus Verträgen zustünden, die er lange vor dem Internet-Zeitalter geschlossen hatte. Doch der Argumentation, das Recht auf „Druck, Veröffentlichung und Verkauf der Werke in Buchform“ beinhalte auch E-Books, folgte das angerufene US-Distriktgericht in New York nicht.

Nach dem Urteil von Richter Sidney H. Stein (Southern District of N.Y.) vom 11. Juli 2001 (Download: http://www.rosettabooks.com/casedocs/decision.pdf) sind E-Book-Veröffentlichungen eine eigene Nutzungsart. Die Rechte dafür könnten somit unabhängig von den Buchrechten vergeben werden. Folge: Sind diese Rechte im Vertrag nicht genannt, muss der Buchverlag darüber neu verhandeln – und die Autoren können dafür ein neues Honorar verlangen.

 

 

nach oben

weiterlesen

Australische Medien müssen zahlen

Nach rund dreieinhalb Monaten ist das spektakuläre Verfahren gegen ursprünglich 36 Journalist*innen und Medienunternehmen in Australien beendet. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, gegen eine gerichtliche Nachrichtensperre im Prozess gegen den australischen Kardinal George Pell wegen Kindesmissbrauchs im Dezember 2018 verstoßen zu haben. Der Prozess gilt als einzigartig für ein demokratisches Land, weil er offenbart, wie eingeschränkt die Pressefreiheit in Australien weiterhin ist: durch Gesetze, die noch aus der britischen Kolonialzeit stammen. 
mehr »

Aktion für Andrea Sahouri, USA

Mai 2020: Eine Reporterin im US-Bundesstaat Iowa geht mit der Berichterstattung über eine Black-Lives-Matter-Demonstration friedlich ihrer Arbeit nach. Doch als die Polizei die Kundgebung auflöst, gerät die Journalistin Andrea Sahouri ins Visier der Sicherheitskräfte. Es bleibt nicht nur bei einer Festnahme, sondern es kommt in der Folge sogar zu einer Anklage, die am 8. März 2021 verhandelt werden soll.
mehr »

Belarus: Razzien bei Journalisten und BAJ

In Belarus ging die Polizei heute mit landesweiten Razzien gegen Journalist*innen und Menschrechtsaktivist*innen vor. Auch die belarussische Journalistenvereinigung (BAJ) stand im Fokus der Behörden. „Es ist entsetzlich, mit welchen brutalen Methoden die belarussischen Behörden gegen Journalistinnen und Journalisten, Medien und Organisationen vorgehen, die deren Interessen vertreten. Wir stehen weiterhin solidarisch an der Seite unserer Partnergewerkschaft BAJ und aller verfolgten Medienschaffenden“, erklärte die Bundesgeschäftsführerin der dju in ver.di Monique Hofmann gegenüber M.
mehr »

BBC verliert weiter zahlende Kunden

Die British Broadcasting Corporation (BBC) in Großbritannien kämpft weiter mit ungewissen Zukunftsaussichten. Dabei geht es für den traditionsreichen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter in erster Linie um die ständig unter Beschuss stehende finanzielle Ausstattung. Die Einnahmen durch die Rundfunkgebühren sind eingebrochen. Gleichzeitig wird die BBC von rechtspopulistischer Konkurrenz eingekreist, während die Regierung weitere Einsparungen plant.
mehr »